Zwischen Bildschirm und Einsamkeit: Wie Senioren zurückgelassen werden
Maximilian SchönlandZwischen Bildschirm und Einsamkeit: Wie Senioren zurückgelassen werden
In Deutschland leben etwa 2,8 Millionen Menschen komplett offline – viele von ihnen sind ältere Menschen. Besonders in Niedersachsen, vor allem in ländlichen Regionen, tun sich zahlreiche Senioren schwer, mit den digitalen Veränderungen Schritt zu halten. Friedrich Stubbe, Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK Niedersachsen-Bremen, warnt nun vor einer wachsenden „digitalen Mauer“, die all jene abhängen könnte, die mit Technik weniger vertraut sind.
Rund ein Drittel der über 65-Jährigen in Deutschland ist selten oder nie im Internet unterwegs. Viele fühlen sich verunsichert und ausgeschlossen, oft wegen fehlender verständlicher Anleitungen. Stubbe betont, dass analoge und digitale Angebote nebeneinander bestehen müssen – aus Respekt vor einer Generation, die die moderne Gesellschaft mitaufgebaut hat.
Die Braunschweigische Landessparkasse (BLSK) erkennt an, dass nicht alle den digitalen Fortschritt im gleichen Tempo annehmen. Um dem gerecht zu werden, hält die Bank verschiedene Kundenservice-Kanäle vor und fördert generationenübergreifende Projekte. Zudem plant sie den Einsatz eines mobilen Bankbusses, um auch Menschen in abgelegenen Gebieten zu erreichen. Bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen zeigen ältere Besucher oft eine Mischung aus Neugier und Angst im Umgang mit digitalen Werkzeugen. Zwar ist digitale Kompetenz entscheidend für die selbstständige Bewältigung des Alltags, doch gibt es vor Ort keine spezifischen Einrichtungen, die sich ausschließlich der Vermittlung dieser Fähigkeiten an Senioren widmen. Bestehende Initiativen wie MINT:ZE oder Programme der Erwachsenenbildung richten sich vorrangig an jüngere oder erwerbstätige Zielgruppen.
Für viele ältere Einwohner klappt die Verbindung zwischen digitalen und analogen Dienstleistungen immer weniger. Ohne gezielte Unterstützung könnte ihr Ausschluss von wichtigen Online-Angeboten weiter bestehen. Banken und Beratungsstellen engagieren sich zwar, doch könnten umfassendere Maßnahmen nötig sein, um sicherzustellen, dass niemand zurückbleibt.