Zoff um Soltauer Campingplatz: Anwohner kämpfen gegen Schließungspläne der Stadt
Elsa JunckZoff um Soltauer Campingplatz: Anwohner kämpfen gegen Schließungspläne der Stadt
Heiße Debatte beim Bauausschuss in Soltau: Emotionen kochen hoch um Zukunft des Campingplatzes
Am Dienstagabend fand eine gut besuchte Sitzung des Bauausschusses in Soltau statt, die ungewöhnlich großes öffentliches Interesse auf sich zog. Im Mittelpunkt stand die mögliche Verlängerung eines Bebauungsstoppes für einen Entwurf des Flächenutzungsplans, der auch den Campingplatz betrifft. Anwohner und Verantwortliche lieferten sich eine hitzige Debatte über die Zukunft des Geländes – mit starken Emotionen auf beiden Seiten.
Der Campingplatz liegt auf einem 100 Hektar großen Areal, das langfristig als Gewerbe- und Industriegebiet ausgewiesen werden soll. Östlich der Autobahn A7 in der Nähe von Soltau-Ost III gelegen, unterliegt das Gebiet derzeit einem vorübergehenden Bebauungsmoratorium. Dennoch darf der Campingplatz weiterhin legal betrieben werden, wie dessen Geschäftsführer Torben Kostiuk betonte: Die aktuelle Nutzung werde durch den Stopp nicht beeinträchtigt.
Die Bewohner des Platzes äußerten vehementen Widerstand gegen die Pläne der Stadt, das Gelände langfristig zu schließen. Viele schilderten, wie sehr sie das Leben dort schätzen, und zeigten sich verärgert über die Aussicht, ihre Heimat zu verlieren. Gleichzeitig wies Bürgermeister Karsten Brockmann auf den dringenden Bedarf an weiteren Wohnbauflächen hin – etwa mit Verweis auf die hohe Nachfrage nach Grundstücken wie denen an der kürzlich freigegebenen Tetendorfer Straße.
Die CDU argumentierte, der Bebauungsstopp könne höchstens um ein weiteres Jahr verlängert werden, da unbegrenzte Verzögerungen rechtlich nicht haltbar seien. Die SPD unterstützte hingegen den Vorschlag der Verwaltung, das Gebiet Soltau Ost IV als Reservefläche für künftiges Wachstum auszuweisen. Unabhängig davon prüft der Schuhhandelsriese Deichmann weiterhin, ob er in Soltau Ost III ein Logistikzentrum errichtet – obwohl zuvor Berichte naheliegen, das Vorhaben sei vom Tisch.
Die Sitzung endete ohne abschließende Entscheidung über das Schicksal des Campingplatzes, doch die Spannungen bleiben bestehen. Während die Stadt weiterhin zwischen industrieller Expansion und Wohnraumbedarf abwägt, könnte der Bebauungsstopp um ein weiteres Jahr verlängert werden. Für die Anwohner bleibt die Zukunft ungewiss, während die Verwaltung ihre langfristigen Pläne vorantreibt.