06 January 2026, 10:50

Warum Balthasars dunkle Haut im Kölner Dom heute Debatten auslöst

Ein Tisch mit Büchern, Kerzen, Gläsern, Text und einem Stein darauf.

Die drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar: Wer sind sie? - Warum Balthasars dunkle Haut im Kölner Dom heute Debatten auslöst

Eine jahrhundertealte Darstellung eines der Heiligen Drei Könige mit dunkler Hautfarbe hat die Debatte über Rassismus in der religiösen Kunst neu entfacht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Balthasar, einer der Weisen aus dem Morgenland, in verschiedenen Kulturen traditionell dargestellt wurde. Währenddessen ruhen die vermeintlichen Überreste dieser biblischen Figuren im Kölner Dom und ziehen jedes Jahr Pilger an.

Die Legende der Heiligen Drei Könige geht auf eine kurze Passage im Matthäus-Evangelium zurück. Verfasst um 7–6 v. Chr., beschreibt sie, wie Sterndeuter oder Astrologen aus dem Osten einem Stern nach Bethlehem folgten, um dem neugeborenen Jesus mit Gaben aus Gold, Weihrauch und Myrrhe Ehre zu erweisen.

Ab dem 3. Jahrhundert legten frühe christliche Schriftsteller wie Origenes ihre Zahl auf drei fest. Später erhoben Persönlichkeiten wie Tertullian und Papst Leo der Große sie zu Königen. Ihre Namen – Caspar, Melchior und Balthasar – tauchten zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert auf. Im Jahr 1164 brachte Erzbischof Rainald von Dassel ihre Reliquien in den Kölner Dom, wo sie bis heute aufbewahrt werden. Jedes Jahr am 6. Januar, dem Dreikönigsfest, ziehen diese Reliquien Gläubige an. Der Feiertag, der in mehreren Regionen ein gesetzlicher Ruhetag ist, erinnert an den Besuch der Weisen bei Jesus. Trotz ihrer Bedeutung in der christlichen Tradition findet sich die Geschichte der Heiligen Drei Könige in der Bibel nur in der kurzen Erzählung des Matthäus. Im Laufe der Zeit variierten ihre künstlerischen Darstellungen – dabei wurde Balthasar oft als schwarzer König abgebildet, eine Entscheidung, die heute wegen ihrer historischen und rassistischen Implikationen kritisch hinterfragt wird.

Die Reliquien im Kölner Dom bleiben ein zentraler Anziehungspunkt für die Feierlichkeiten zu Epiphanias. Die anhaltende Diskussion über die Darstellung Balthasars zeigt, wie religiöse Kunst kulturelle Einstellungen widerspiegelt und prägt. Gleichzeitig bleibt die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland, tief verwurzelt in der frühen christlichen Tradition, ein fester Bestandteil der Weihnachtsbräuche weltweit.