Volkswagen-Aktie steigt: Zollerleichterungen und neuer Strategiechef geben Hoffnung
Maximilian SchönlandVolkswagen-Aktie steigt: Zollerleichterungen und neuer Strategiechef geben Hoffnung
Volkswagen-Aktie: Der Knoten platzt
Vorspann Die Volkswagen-Aktie profitiert von der Aussicht auf Zollbefreiungen für in China gefertigte Modelle. Die EU-Kommission prüft einen Antrag, der die Margenbelastung deutlich verringern könnte, während die Charttechnik aufholt.
5. Dezember 2025, 09:34 Uhr
Volkswagen hat Ludwig Fazel zum neuen Strategiechef ernannt und löst damit Stefan Weckbach ab. Die Personalie fällt in eine Phase, in der das Unternehmen mit Verzögerungen bei wichtigen Entscheidungen und sich wandelnden Marktbedingungen konfrontiert ist. Gleichzeitig erholt sich die Aktie deutlich – beflügelt von möglichen Zollerleichterungen für in China produzierte Modelle.
Fazel übernahm am 1. Dezember 2025 die Leitung der Konzern- und Produktstrategie und berichtet direkt an Vorstandschef Oliver Blume. Zu seinen Aufgaben gehört die langfristige Planung in einer Zeit, in der Volkswagen Entscheidungen über Standortverteilungen und die neue elektrische SSP-Plattform bis 2026 verschoben hat.
Die Verzögerungen verschärfen die finanziellen Herausforderungen, die bereits im Neunmonatsbericht deutlich wurden: Die operative Marge sank auf nur noch 2,3 %. Als Gründe wurden Umstrukturierungskosten und ein ungünstiger Produktmix genannt. Trotzdem haben sich die Vorzugsaktien von Volkswagen auf 105,85 Euro erholt – ein deutlicher Aufschwung gegenüber den jüngsten Tiefständen. Aktuell notieren sie über 12 % über ihrem 50-Tage-Durchschnitt.
Die Marktbedingungen in Europa zeigen leichte Besserung: Im Oktober stiegen die Neuzulassungen um 5,8 %. Volkswagen behielt seine Führungsposition, während die Marke Cupra einen Nachfrageanstieg von 26 % verzeichnete. Investoren verfolgen nun die Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und Volkswagen über mögliche Zollausnahmen für in China gefertigte Fahrzeuge. Sollte der Antrag genehmigt werden, könnte dies die Margen entlasten – insbesondere bei Modellen wie dem vollelektrischen Cupra Tavascan SUV. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen Mindestpreisregelungen und Importkontingente statt pauschaler Zölle.
Analysten bleiben optimistisch: Die RBC hat ein Kursziel von 130 Euro gesetzt. Die niedrige Bewertung der Aktie, die mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 7 gehandelt wird, erhöht ihre Attraktivität zusätzlich.
Der neue Strategiechef steht vor unmittelbaren Herausforderungen – von verschobenen Plattformentscheidungen bis hin zu Margendruck. Die mögliche Befreiung von Chinezöllen könnte Entlastung bringen, vor allem für gefragte Modelle wie den Cupra Tavascan. Angesichts des Bewertungsabschlags und der sich erholenden europäischen Märkte werden die nächsten Schritte des Konzerns mit Spannung erwartet.