Sternsinger aus Lüneburg sammeln für Urlaub von der Kinderarbeit in Bangladesch
Janos PieperSternsinger aus Lüneburg sammeln für Urlaub von der Kinderarbeit in Bangladesch
Am 8. Januar 2026 besuchte eine Gruppe von 20 jungen Sternsingern der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien in Lüneburg die Kreisverwaltungsbehörde. Im Rahmen einer langjährigen Tradition überbrachten die Sänger Segenswünsche und sammelten Spenden, um Kindern weltweit, die in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen gefangen sind, einen Urlaub zu ermöglichen.
Der diesjährige Schwerpunkt der Aktion liegt auf Bangladesch, wo etwa 1,8 Millionen Kinder gezwungen sind, unter gefährlichen Bedingungen zu arbeiten. Die gesammelten Mittel sollen helfen, ihnen stattdessen Zugang zu Bildung zu ermöglichen und ihnen einen Urlaub von der Arbeit zu bieten.
Die Sternsinger, die in Deutschland seit 68 Jahren unterwegs sind, gehören zwischen Weihnachten und Epiphanie zum vertrauten Bild: Sie ziehen von Haus zu Haus, segnen Wohnungen und öffentliche Gebäude mit dem traditionellen Spruch Christus mansionem benedicat. Ihr jährlicher Besuch im Lüneburger Kreishaus ist längst zu einer festen Tradition geworden.
Die Spenden des Jahres 2026 fließen in das Projekt „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“, das von der Abdur Rashid Khan Thakur Foundation (ARKTF) getragen wird. Die Initiative hilft Kindern, aus Fabriken befreit zu werden, und unterstützt ihre Wiedereingliederung in das Bildungssystem. Dazu gehören die erneute Einschulung, berufliche Ausbildungsangebote oder Abendkurse, die ihnen einen Schulabschluss ermöglichen. Durch ihr Singen und Sammeln zeigen die jungen Sternsinger Solidarität mit benachteiligten Kindern auf der ganzen Welt. Ihr Einsatz zielt darauf ab, Kinderarbeit durch Lernchancen und einen Urlaub von der Arbeit zu ersetzen.
Der Fokus der Kampagne auf Bangladesch unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf im Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern. Mit den Spenden werden Bildungsprogramme finanziert, die ehemaligen Kinderarbeitern den Schulbesuch ermöglichen und ihnen einen Urlaub von der Arbeit bieten. Der Erfolg der Initiative hängt von der weiteren Unterstützung durch Gemeinden wie Lüneburg ab, wo die Tradition des Sternsingens für den guten Zweck lebendig bleibt.