Skandalprozess: Ex-Schlachthofleiter soll illegales Rindfleisch verkauft haben
Janos PieperSchlachthof-Prozess: Angeklagter bestreitet Betrugsvorwürfe - Skandalprozess: Ex-Schlachthofleiter soll illegales Rindfleisch verkauft haben
Ein ehemaliger Betriebsleiter eines Schlachthofs in Bad Iburg steht wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Verstößen gegen das Lebensmittelrecht vor Gericht. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen Vorwürfe, er habe 2018 Fleisch von über 100 Rindern ohne die vorgeschriebenen tierärztlichen Kontrollen verkauft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, das Fleisch sei nicht verkehrsfähig gewesen und der Angeklagte habe durch den illegalen Verkauf etwa 378.000 Euro erwirtschaftet.
Die Ermittlungen begannen, nachdem eine Tierrechtsorganisation 2018 verdeckt gedrehte Videoaufnahmen veröffentlicht hatte. Die Bilder zeigten Misshandlungen von Rindern in der Anlage und veranlassten die Behörden zum Einschreiten. Daraufhin schloss der Landkreis Osnabrück den Schlachthof.
Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Er behauptet, mit den amtlichen Tierärzten eine Absprache getroffen zu haben, wonach Lebendtierkontrollen entfallen könnten. 2022 wurde er jedoch bereits wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Vier Tierärzte sollen am 11. November als Zeugen aussagen – an dem Tag könnte auch das Urteil verkündet werden. Ihre Aussagen könnten klären, ob es tatsächlich informelle Vereinbarungen über die Kontrollpraxis gab.
Die Staatsanwaltschaft argumentiert, der Angeklagte habe vorgeschriebene Untersuchungen umgangen und damit die öffentliche Gesundheit gefährdet. Zudem habe er Fleisch in den Verkehr gebracht, das niemals hätte verkauft werden dürfen.
Entscheidend für den Prozess ist, ob der Angeklagte die geltenden Lebensmittelsicherheitsvorschriften eingehalten hat. Bei einer Verurteilung drohen ihm weitere Strafen zusätzlich zur früheren Bewährungsstrafe. Das Urteil könnte auch Auswirkungen auf das Vertrauen in die Fleischkontrollen der gesamten Branche haben.