21 December 2025, 19:01

Rohe Gewalt

Ein Plakat mit Bildern von Frauen und begleitendem Text.

Rohe Gewalt

Roh zärtlich

Ashkan Shabani ist ein queerer Fotograf aus dem Iran. In seinen Werken prallen Verletzlichkeit und Gewalt, politische Bilder und eine wütende Dynamik aufeinander.

Ashkan Shabani, ein queerer Fotograf aus dem Iran, hat seine erschütternde Flucht nach Deutschland in einer beeindruckenden Fotoserie dokumentiert. Unter dem Titel „Queer. Leben. Freiheit“ fängt die Sammlung sowohl die Brutalität, der er im Iran ausgesetzt war, als auch die Verletzlichkeit seiner Flucht ein. Seine Arbeiten sind heute ein kraftvolles visuelles Zeugnis der Kämpfe, die LGBTQ+-Personen unter repressiven Regimen durchstehen müssen.

Shabani floh aus dem Iran, nachdem er von seiner Familie verstoßen worden war und wegen seiner sexuellen Orientierung zum Tode verurteilt wurde. Seine Serie verbindet zärtliche Momente mit schonungslosen Darstellungen von Gewalt und spiegelt so die Dualität seiner Erfahrungen wider. Der Titel „Queer. Leben. Freiheit“ ist eine bewusste Anlehnung an die iranische Protestbewegung „Frau. Leben. Freiheit“ und erweitert deren Forderung nach Gleichberechtigung auf alle marginalisierten Gruppen.

Nach seiner Ankunft in Deutschland stellte Shabani seinen Asylantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg. Die Fotos seiner Serie zeigen auch Szenen aus diesem Asylverfahren und verweben bürokratische Realität mit tief persönlichen Augenblicken. Shabanis Werk scheut politische Bildsprache nicht, sondern konfrontiert die Betrachter mit der ungeschönten Intensität seiner Flucht. Die Bilder erkunden Themen wie Intimität und die Härte der Verfolgung. Manche zeigen stille, private Momente des Widerstands, andere die Gewalt, der LGBTQ+-Personen im Iran ausgesetzt sind. Seine Kunst ist zugleich ein persönliches Bekenntnis und ein weitergehender Kommentar zum Kampf um Menschenrechte.

Shabanis Serie „Queer. Leben. Freiheit“ gewährt einen seltenen, ungeschönten Einblick in das Leben eines queeren Geflüchteten. Seine Fotografien sind Beweis für Überleben und Widerstand und dokumentieren einen Weg von der Verurteilung zu einer zerbrechlichen Hoffnung auf Sicherheit. Die Arbeit lenkt weiterhin die Aufmerksamkeit auf die anhaltende Verfolgung von LGBTQ+-Personen im Iran und darüber hinaus.