Pläne für umstrittene Biomethan-Anlage gestrichen: Das ist der Grund
Elsa JunckPläne für umstrittene Biomethan-Anlage gestrichen: Das ist der Grund
Pläne für großes Biomethanwerk in Steinfeld (Vechta) gescheitert – Gemeinderat zieht Unterstützung zurück
Die Pläne für den Bau einer großen Biomethan-Anlage in Steinfeld im Landkreis Vechta sind vom Tisch: Der Gemeinderat hat seine Unterstützung für das Projekt zurückgezogen. Betrieben werden sollte die Anlage von Nature Energy, einer Tochterfirma des Konzerns Shell, und aus landwirtschaftlichen Abfällen erneuerbares Gas erzeugen. Bürgermeister Sebastian Gehrold bestätigte die Entscheidung und begründete sie damit, dass das Vorhaben der Region nicht genug Nutzen bringe.
Die Gemeinde hatte die Planung der Anlage 2023 aufgenommen, nachdem es bereits 2021 erste Gespräche mit Nature Energy gegeben hatte. Die Anlage sollte jährlich zwischen 450.000 und 500.000 Tonnen landwirtschaftliche Reststoffe verarbeiten – vor allem aus Betrieben der Region Oldenburg.
Doch der Widerstand unter Anwohnern des Ortsteils Harpendorf und lokalen Landwirten wuchs: Sie fürchteten eine steigende Nachfrage nach Gülle und Jauche. Nach weiteren Verhandlungen zwischen Kommunalvertretern und dem Unternehmen bewertete der Rat das Projekt neu – und lehnte es schließlich ab. Für Shell ist dies nicht der erste Rückschlag in diesem Bereich: Erst im Dezember 2024 war ein ähnliches Biomethan-Projekt im brandenburgischen Landkreis Prignitz gescheitert, nachdem die Gemeinde Karstädt die Pläne nach einem Bürgerentscheid blockiert hatte.
Mit der Absage wird Steinfeld die Biogasanlage nun nicht realisieren. Die Entscheidung folgt auf zunehmende Proteste von Anwohnern und Landwirten, die Umwelt- und Logistikbedenken anmeldeten. Die Shell-Tochter Nature Energy sieht sich damit vor Herausforderungen gestellt, vergleichbare Projekte in Deutschland voranzubringen.