24 December 2025, 08:35

Pflichtige Kartenzahlung: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen

Ein Werbeplakat für eine Technologiemesse mit Stühlen, Tischen und Menschen im Hintergrund und einer Lampe an der Decke.

Pflichtige Kartenzahlung: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen - Pflichtige Kartenzahlung: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen

Ingrid Hartges, die Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), hat sich gegen die Pflicht zu digitalen Zahlungen bei Kleinstbeträgen ausgesprochen. Sie argumentiert, dass die Gebühren für Kartenzahlungen bei günstigen Produkten wie Kaffee oder Bier unverhältnismäßig hoch seien. Gleichzeitig unterstützt sie ein neues Regierungsprogramm, das Rentner dazu ermutigen soll, in Teilzeit zurückzukehren.

Das Bundesland Niedersachsen hatte kürzlich vorgeschlagen, digitale Zahlungen in allen Restaurants und Cafés verbindlich vorzuschreiben. Eine Umfrage von Mastercard zeigt, dass bereits fast 90 Prozent der Betriebe in der Branche Kartenzahlungen akzeptieren. Dennoch betont Hartges, dass die Zwangsabwicklung kleiner Beträge per Karte sowohl Kunden als auch Händler benachteiligen würde.

Sie verwies darauf, wie überzogene Gebühren bei preiswerten Artikeln – etwa einem Kaffee für 2 Euro oder einem Bier für 3 Euro – Bargeldzahlungen deutlich praktikabler machten. Zugleich lobte sie das geplante „Aktivrente“-Programm der Bundesregierung, das zum 1. Januar 2026 starten soll. Das Vorhaben sieht Steuererleichterungen für Rentner vor, die sich für Teilzeitjobs entscheiden, etwa Wochenenddienste an Hotelrezeptionen. Hartges schlug vor, dass ältere Arbeitnehmer so Lücken im Gastgewerbe schließen könnten – eine Win-win-Situation für Betriebe, die unter Personalmangel leiden, und für Rentner, die im Berufsleben aktiv bleiben möchten.

Die Diskussion um die Pflicht zu digitalen Zahlungen hält an, wobei Niedersachsen auf Veränderungen drängt, während die Branche Widerstand leistet. Hartges’ Unterstützung für das Rentnerprogramm deutet auf einen möglichen Wandel hin, wie Ältere künftig zum Arbeitsmarkt beitragen könnten. Beide Themen werden die Zukunft des deutschen Gastgewerbes in den kommenden Jahren prägen.