22 January 2026, 12:55

Olaf Lies drängt EU zu rascher Entscheidung beim Mercosur-Abkommen

Eine detaillierte schwarz-weiße Karte von Ober- und Niedersachsen, die geographische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte zeigt, mit informativem Text darübergelegt.

Lies: "Niedersächsische Wirtschaft braucht Mercosur" - Olaf Lies drängt EU zu rascher Entscheidung beim Mercosur-Abkommen

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat zu einer schnelleren Vorankunft beim EU-Mercosur-Handelsabkommen aufgerufen. Er kritisierte die jüngsten Verzögerungen und warnte, dass die zersplitterte Haltung der EU in der aktuellen geopolitischen Lage ein schwaches Signal aussende. Das Abkommen, falls es finalisiert wird, würde die EU mit vier südamerikanischen Staaten zu einer der größten Freihandelszonen der Welt verbinden.

Das geplante Abkommen zielt darauf ab, Zölle und Handelsbarrieren zwischen der EU und den Mercosur-Mitgliedern – Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay – abzubauen. Befürworter argumentieren, dass es den Waren- und Dienstleistungshandel zwischen beiden Regionen deutlich steigern würde.

Die Umsetzung des Abkommens läge in der Verantwortung des EU-Mercosur-Assoziationsrats und seiner Gremien, etwa dem Handelsausschuss. Eine einzelne Behörde zur Überwachung des Prozesses ist im institutionellen Rahmen des Abkommens nicht vorgesehen. Lies sprach sich offen gegen die Entscheidung des Europäischen Parlaments aus, das Abkommen dem Europäischen Gerichtshof zur rechtlichen Prüfung vorzulegen. Er bezeichnete diesen Schritt als unnötig und kontraproduktiv, der einen ohnehin stockenden Prozess weiter verlangsame.

Das Handelsabkommen bleibt vorerst in der Schwebe, da politische Uneinigkeit anhält. Ohne eine geschlossene EU-Position bleibt seine Zukunft ungewiss. Bei einer Genehmigung würde das Abkommen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und Südamerika neu gestalten – vorausgesetzt, die Mitgliedstaaten und Institutionen einigen sich auf die nächsten Schritte.