Neue Jagdregeln in Niedersachsen: Wann Jäger verwilderte Katzen erschießen dürfen
Janos PieperNeue Jagdregeln in Niedersachsen: Wann Jäger verwilderte Katzen erschießen dürfen
Geplante Änderung des Niedersächsischen Jagdgesetzes entfacht Debatte über den Umgang mit streunenden und verwilderten Katzen
Ein vorgeschlagener Änderungsentwurf für das Niedersächsische Jagdgesetz hat eine Diskussion über den Umgang mit herrenlosen und verwilderten Katzen ausgelöst. Der Entwurf, der derzeit zur öffentlichen Konsultation steht, verschärft die Regeln, unter denen Jäger Katzen erschießen dürfen. Die Neufassung stellt einen Kompromiss zwischen den Koalitionspartnern SPD und Bündnis 90/Die Grünen dar.
Nach der aktuellen Fassung des Niedersächsischen Jagdgesetzes dürfen Jäger Katzen töten, die sich mehr als 300 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt aufhalten. Der überarbeitete Entwurf erhöht diese Distanz auf 350 Meter – allerdings nur für "offensichtlich verwilderte" Tiere. Als solche gelten freilebende, herrenlose Katzen, die keine Anzeichen von Pflege zeigen, etwa durch Halsbänder, gepflegtes Fell oder Vertrauen zu Menschen. Im Gegensatz zu Hauskatzen, die zwar umherstreifen, aber gepflegt und zutraulich bleiben, wirken verwilderte Katzen oft scheu und ungepflegt.
Der Entwurf erlaubt das Töten von Katzen zwar weiterhin, knüpft dies aber an strengere Auflagen. Befürworter argumentieren, dass verwilderte Katzen nicht nur auf Straßen, sondern auch in Wäldern und auf Wiesen die heimische Tierwelt bedrohen. Jäger müssen künftig anhand des Äußeren und Verhaltens der Tiere prüfen, ob es sich tatsächlich um verwilderte Exemplare handelt, bevor sie eingreifen. Der Vorschlag folgt auf Debatten über Tierschutz und Jagdmethoden. Zwar vertreten SPD und Grüne unterschiedliche Positionen, doch der Kompromiss soll den Artenschutz mit einem ethischen Umgang mit Haustieren in Einklang bringen.
Das geänderte Gesetz würde Jäger verpflichten, den Verwilderungsstatus einer Katze vor dem Schuss zu überprüfen. Derzeit wird die öffentliche Rückmeldung zum Entwurf gesammelt. Wird er verabschiedet, treten die Neuregelungen in Kraft – und schränken, ohne sie vollständig zu verbieten, das Töten streunender Katzen in ländlichen Gebieten ein.