24 December 2025, 02:44

Insolvenzverwalter von Meyer-Werft kämpfen mit 'Papierkram'

Ein Schiffbauunternehmen mit Metallkonstruktionen, Laternen, Containern und Schiffen.

Insolvenzverwalter von Meyer-Werft kämpfen mit 'Papierkram' - Insolvenzverwalter von Meyer-Werft kämpfen mit 'Papierkram'

Meyer Werft: Geretteter Schiffbaukonzern kämpft sich aus der Krise

Die angeschlagene deutsche Werft Meyer Werft hat nach Jahren finanzieller Belastungen knapp den Kollaps abwenden können. Das Unternehmen stand vor der Insolvenz, bedingt durch schlecht gemanagte Verträge – darunter verlustreiche Projekte wie Offshore-Plattformen und Marine-Tanker. Ein staatlich gestützter Rettungsplan hat die Werft nun auf einen Erholungskurs gebracht.

Die Krise bei Meyer Werft trat offen zutage, als die drohende Pleite Schockwellen durch die maritime Branche sandte. Untersuchungen förderten tiefe Ineffizienzen zutage: überhastete Termine und ein chaotisches Dokumentenmanagement. Noch bis vor kurzem erfassten Mitarbeiter Lieferantenbeschwerden handschriftlich auf gelben Zetteln, während Teams oft während der Probefahrten an Bord blieben, um unter Zeitdruck letzte Nachbesserungen vorzunehmen.

Die Bundesregierung und das Land Niedersachsen sprangen ein und übernahmen jeweils 40 Prozent der Anteile. Ihre Investition von 400 Millionen Euro sowie eine Kreditbürgschaft über 2,6 Milliarden Euro stabilisierten den Betrieb. Die Sanierer setzen nun auf eine digitale Transformation: Bis Mitte 2027 sollen Arbeitsabläufe verschlankt und die SAP-Systeme in allen Abteilungen konsolidiert werden. Die Umstrukturierung ist bereits zu 30 bis 40 Prozent abgeschlossen.

Ein entscheidender Impuls kam mit einem neuen Auftrag des Kreuzfahrtriesen MSC Cruises über bis zu sechs Schiffe im Wert von 10 Milliarden Euro bis 2035. Der Deal sichert dem Unternehmen langfristige Planungssicherheit, während es gleichzeitig daran arbeitet, frühere Misswirtschaft zu überwinden und die Effizienz zu steigern.

Das Überleben von Meyer Werft hängt nun von Modernisierung und strengerer Finanzkontrolle ab. Die staatliche Rettung und der Milliardenauftrag von MSC bieten eine Lebensader – doch der Erfolg steht und fällt mit der Beseitigung interner Schwächen. Bleibt die Restrukturierung auf Kurs, könnte die Werft in den kommenden Jahren wieder auf stabilen Füßen stehen.