Energiegigant in Voslapper Groden bedroht einzigartiges Naturschutzgebiet trotz Proteste
Elsa JunckEnergiegigant in Voslapper Groden bedroht einzigartiges Naturschutzgebiet trotz Proteste
Großes Energieprojekt in Voslapper Groden geht trotz massiver Umweltproteste voran
Trotz heftigen Widerstands von Umweltschutzgruppen nimmt ein großes Energievorhaben in Voslapper Groden konkrete Formen an. Das belgische Unternehmen Tree Energy Solutions wird den Standort betreiben und dort Energieträger wie Wasserstoff langwarder (lagern, umschlagen und verarbeiten). Doch die Pläne gefährden ein geschütztes Naturschutzgebiet, das für seine seltenen Vogelarten und das empfindliche Ökosystem bekannt ist.
Die geplante Anlage unter Leitung von Storag Etzel soll Wasserstoff produzieren und CO₂-Emissionen abscheiden. Um Platz zu schaffen, will der Stadtrat seinen Flächennutzungsplan ändern, um ein LNG-Terminal und einen Energiepark an Land zu ermöglichen. Angesichts des Ausmaßes des Projekts sehen Naturschützer jedoch keine tragfähige Alternative zum Verzicht auf Voslapper Groden.
Das 267 Hektar große Gebiet ist Teil des EU-weit geschützten Natura-2000-Netzwerks und unter die Vogelschutzrichtlinie gestellt. Es beherbergt 128 Vogelarten, darunter stark gefährdete wie den Rohrdommel und das Blaukehlchen. Umweltverbände warnen, dass ein solch komplexes Ökosystem nicht einfach an anderer Stelle neu geschaffen werden kann. Bisher wurden keine gleichwertigen Ersatzflächen gefunden. Kritiker monieren, dass die vorgeschlagenen Alternativen weder die nötige Größe noch die Vernetzung oder Ruhe bieten. Zudem stellen sie infrage, ob das Projekt tatsächlich den Zielen der grünen Energiewende dient – angesichts der schwerwiegenden Folgen für die Artenvielfalt.
Bevor eine endgültige Entscheidung fällt, werden mehrere Fachgremien die Pläne prüfen. Der Stadtrat hat noch nicht bekannt gegeben, wie es weitergeht.
Eine Genehmigung des Vorhabens würde den Verlust eines unverzichtbaren Lebensraums für seltene und Zugvögel bedeuten. Ohne adäquaten Ersatz könnte die Zerstörung von Voslapper Groden die biologische Vielfalt in der Region dauerhaft verringern. Die Zukunft des Gebiets hängt nun von der endgültigen Entscheidung des Stadtrats und den Empfehlungen der Prüfungsausschüsse ab.