Dieter Bohlens riskanter Abstieg in die Gold-Verschwörungswelt
Margret auch SchlauchinDieter Bohlens riskanter Abstieg in die Gold-Verschwörungswelt
Auf der Spur des Goldrauschs
Teaser: Das Format „Topfvoll Gold“ zeigt, wie Journalismus auf YouTube funktionieren kann – am Beispiel des Absturzes von Dieter Bohlen.
Popstar Dieter Bohlen hat einen unerwarteten Kurswechsel in Richtung rechtsextremer Verschwörungskreise vollzogen. Seine jüngste Zusammenarbeit mit dem Goldhändler Dominik Kettler markiert eine radikale Abkehr von seiner bisherigen Mainstream-Karriere. Der Investigativjournalist Mats Schönauer hat diesen Wandel in einem neuen Videobeitrag dokumentiert.
Bohlen, einst bekannt für seine Hits mit Modern Talking und seine Rolle bei „Deutschland sucht den Superstar“, tritt nun an der Seite von Randfiguren auf. Seit etwa November 2025 arbeitet er mit Kettler zusammen, einem YouTube-Goldhändler, der wirtschaftliche Untergangsszenarien propagiert. Gemeinsam verbreiten sie Erzählungen von staatlicher Übergriffigkeit und finanziellem Kollaps.
Schönauer besuchte eines von Ketters Webinaren mit dem Titel „Finanzielle Selbstverteidigung“, bei dem Redner wie Peter Hahne und Gloria von Thurn und Taxis ähnliche Thesen vertraten. Bohlen, als Star-Gast, behauptete dort, Deutschlands Politiker hätten das Land in die „Nullwachstums-Falle“ geführt. Seine plötzliche Hinwendung zu solchen Theorien steht im krassen Gegensatz zu seinem früheren öffentlichen Image, in dem keine klaren rechtspopulistischen Tendenzen dokumentiert waren.
Der YouTube-Kanal „Topfvollgold“ des Journalisten zeigt, wie unabhängiger Journalismus solche Entwicklungen aufdecken kann. Schönauers frühere Arbeiten umfassen unter anderem Recherchen zu KI auf Facebook und dem Erbe des Kinderfernseh-Moderators Peter Lustig. Sein aktueller Beitrag unterstreicht die wachsende Überschneidung von Prominenz-Einfluss und rechtsextremer Rhetorik.
Bohlens Einstieg in den verschwörungsideologischen Goldhandel spiegelt einen größeren Trend wider: Immer mehr öffentliche Persönlichkeiten driften in Richtung extremistischer Erzählungen ab. Schönauers Recherchen werfen ein Licht auf diese Veränderungen und demonstrieren, wie investigativer Journalismus solche Entwicklungen nachverfolgen kann. Die Zusammenarbeit zwischen einem Pop-Ikon und rechtsextremen Akteuren wirft zudem Fragen über die Verbreitung solcher Ideen in der mainstream Kultur auf.