CSU will Kinder unter 14 vor Gericht bringen – Justizministerin warnt vor fatalen Folgen
Maximilian SchönlandMinister: "Kinder gehören nicht vor Gericht" - CSU will Kinder unter 14 vor Gericht bringen – Justizministerin warnt vor fatalen Folgen
Eine Debatte über das Jugendstrafrecht ist entbrannt, nachdem die CSU vorgeschlagen hat, Gerichtsverfahren für Straftäter unter 14 Jahren einzuführen. Derzeit können in Deutschland Kinder in diesem Alter nicht vor Gericht gestellt werden, da ihnen die strafrechtliche Verantwortungsfähigkeit fehlt. Der Plan stößt auf scharfe Kritik von Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann.
Die juristische Arbeitsgruppe der CSU will ein "Verantwortlichkeitsverfahren" für Kinder unter der Strafmündigkeitsgrenze einführen. Dem Vorschlag zufolge sollten gesetzliche Vertreter, Staatsanwälte und Jugendgerichte jeden Fall individuell prüfen. Gerichte könnten dann auf Basis einheitlicher rechtlicher Standards erzieherische Maßnahmen anordnen.
Wahlmann lehnt den Vorstoß kategorisch ab. Sie betont, dass Kinder nicht in Gerichtssäle gehörten, und fordert stattdessen, dass sich Eltern, Schulen und die Jugendhilfe dieser Fälle annehmen. Die Ministerin unterstrich, dass die Verantwortung bei sozialen Einrichtungen und nicht beim Justizsystem liege. Das geltende Recht schließt Strafverfahren gegen Kinder unter 14 Jahren aus. Der CSU-Vorstoß, dies zu ändern, hat die Diskussion darüber neu entfacht, wie die Gesellschaft mit Straftaten von Jugendlichen umgehen soll.
Der Vorschlag bleibt umstritten, wobei Wahlmann auf außergerichtliche Lösungen pocht. Sollte die CSU ihren Plan durchsetzen, würde dies eine deutliche Wende in der Behandlung von Straftaten sehr junger Täter in Deutschland bedeuten. Vorerst gilt jedoch der rechtliche Status quo: Kinder unter 14 Jahren bleiben außerhalb des Justizsystems.