15 March 2026, 22:20

Chefkets Berliner Konzert nach Antisemitismus-Debatte kurzfristig gestrichen

Eine detaillierte Karte von Israel und Palästina, die Städte, Flüsse und andere geografische Merkmale zeigt, mit Text und Linien, die das Ausmaß des Konflikts zwischen den beiden Ländern angeben.

Antisemiten vs. Zionazis: Warum Jan Böhmermanns Misserfolg spektakulär war - Chefkets Berliner Konzert nach Antisemitismus-Debatte kurzfristig gestrichen

Geplantes Konzert des Rappers Chefket im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) nach Antisemitismusvorwürfen abgesagt

Ein geplantes Konzert des deutschen Rappers Chefket im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) wurde abgesagt, nachdem ihm Antisemitismus vorgeworfen worden war. Die Veranstaltung, die Teil einer von Jan Böhmermann kuratierten Reihe war, geriet zunehmend in die Kritik, bevor der Künstler schließlich ausgeladen wurde. Später zogen sich auch andere Künstler von der Reihe zurück und begründeten dies mit Bedenken gegenüber der Haltung des Veranstaltungsorts zum Gaza-Konflikt.

Chefkets Auftritt war für den 7. Oktober im Rahmen von Böhmermanns Reihe "Die Möglichkeit der Irrationalität" vorgesehen gewesen. Die Absage erfolgte nach Berichten der Bild-Zeitung, in denen der Rapper als "bekannt für extrem antiisraelische Motive" bezeichnet wurde. Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer verurteilte das geplante Konzert als Provokation und betonte, dass Antisemitismus in öffentlichen Veranstaltungen keinen Platz habe.

Kritiker wiesen jedoch darauf hin, dass Chefkets Musik und öffentliche Äußerungen keine explizit extrem antiisraelischen Positionen erkennen ließen. Es gibt keine Aufzeichnungen, in denen er sich zum Israel-Palästina-Konflikt geäußert hätte, und er hat das Existenzrecht Israels nie öffentlich infrage gestellt – eine Behauptung, die der Kolumnist Claudius Seidl von der Süddeutschen Zeitung aufstellte. Böhmermann geriet unter Druck, weil er Chefket ohne direkte Gespräche aus der Reihe nahm. Beobachter argumentierten, ein Dialog hätte die Position des Künstlers klären können.

Die Auseinandersetzung spitzte sich zu, als sich weitere Musiker von der HKW-Reihe zurückzogen und ihre Unzufriedenheit mit der Haltung des Hauses zum Gaza-Konflikt zum Ausdruck brachten. Der Vorfall verdeutlichte die tiefen Gräben, die es bei der Frage gibt, wie Kulturinstitutionen mit politischen Konflikten und Vorwürfen der Voreingenommenheit umgehen.

Die Absage von Chefkets Konzert führte zu weiteren Rückzügen aus der HKW-Veranstaltungsreihe. Die Kontroverse legte die Spannungen zwischen Meinungsfreiheit, politischer Neutralität und dem Umgang mit Antisemitismusvorwürfen offen. Bisher wurden keine weiteren Auftritte Chefkets in dem Haus angekündigt.

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