09 March 2026, 18:22

Zwei Legenden der deutschen Medienwelt sind tot – ein Abschied von Wagner und Hilsberg

Ein Plakat mit einer Person mit kurzen, dunklen Haaren in einem weißen Hemd, die ernst schaut, mit der Aufschrift "Pan: Eine Satirezeitschrift" in fetter, schwarzer Schrift in der Mitte auf einem weißen Hintergrund.

Zwei Legenden der deutschen Medienwelt sind tot – ein Abschied von Wagner und Hilsberg

Zwei prägende Persönlichkeiten der deutschen Medien- und Kulturlandschaft sind kürzlich verstorben. Franz Josef Wagner, der langjährige Bild-Kolumnist, der als "Bild-Poet" bekannt war, starb im Alter von 82 Jahren. Gleichzeitig verstarb Alfred Hilsberg, der Hamburger Underground-Impresario, mit 77 Jahren. Beide hinterließen in ihren jeweiligen Bereichen unverkennbare Spuren.

Franz Josef Wagner schrieb über zwei Jahrzehnte lang täglich eine Kolumne für die Bild-Zeitung – in Briefform von 2001 bis zu seinem letzten Beitrag am 7. September 2022. Seine Texte behandelten ein breites Themenspektrum und waren an verschiedene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens adressiert, darunter sein letzter Brief an Carlo Acutis. Neben seiner journalistischen Tätigkeit arbeitete er als Ghostwriter für Prominente wie Franz Beckenbauer, Udo Jürgens und Boris Becker. Bekannt für seine rechtskonservativen und reaktionären Ansichten, florierte Wagners Karriere unter dem Dach des Axel-Springer-Verlages, wo seine Rolle sowohl seinem eigenen Lebensunterhalt als auch den Interessen des Konzerns diente.

Sein Tod am 12. Oktober 2025 löste Würdigungen vor allem in konservativen Medien aus, etwa bei Tichys Einblick, das sein Erbe lobte. Bis Februar 2026 hatte Harald Martenstein die Kolumne übernommen und führt sie seither weiter – mit Relevanz für politische Debatten, insbesondere rund um Demokratie und die AfD. Wagners Stelle in der Kulturindustrie reiht ihn neben Figuren wie James Last und Fips Asmussen ein und festigt seinen Ruf als prägende Stimme des deutschen Boulevard-Journalismus.

Alfred Hilsberg, eine Schlüsselfigur der Hamburger Underground-Szene, verfolgte einen ganz anderen Ansatz kultureller Einflussnahme. Obwohl er sowohl Bier als auch Haschisch ablehnte, warb er provokant dafür, die Bild-Zeitung zu lesen – als Mittel zur Bewusstseinserweiterung. Seine unkonventionellen Ideen und sein scharfer Witz machten ihn zu einer unvergesslichen Persönlichkeit in den alternativen Kreisen der Stadt.

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Wagners Kolumnen bleiben ein fester Bezugspunkt in den deutschen Medien, nun unter Martensteins Feder weitergeführt. Hilsbergs Vermächtnis lebt in der Hamburger Kulturgeschichte fort, erinnert an seine provokanten Positionen zu Medien und Lebensstil. Beide Männer, obwohl aus völlig unterschiedlichen Welten, prägten auf ihre je eigene Weise den öffentlichen Diskurs – und das nachhaltig.

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