Wie ein Schulprogramm in den USA Gewalt und Selbstmorde verhindert
Maximilian SchönlandWie ein Schulprogramm in den USA Gewalt und Selbstmorde verhindert
Ein Schulprogramm namens Say Something bringt Schülern in den USA bei, Warnsignale für Gewalt oder Selbstgefährdung zu erkennen und zu melden. Das 2013 von Nicole Hockley gegründete Projekt reagierte auf den Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School, bei dem ihr Sohn getötet wurde. Mittlerweile ist die Initiative in allen 50 Bundesstaaten aktiv. Seit dem Start gingen über das anonyme Meldesystem fast 395.000 Hinweise ein.
Say Something entstand zwei Jahre nach der Tragödie von Sandy Hook 2012, bei der 20 Kinder und sechs Schulmitarbeiter ums Leben kamen. Hockley und andere Angehörige der Opfer gründeten die gemeinnützige Organisation Sandy Hook Promise, um Werkzeuge zur Verhinderung ähnlicher Angriffe zu entwickeln. Das Programm schult Schüler darin, Alarmzeichen zu erkennen – etwa Drohungen in sozialen Medien, plötzliche Verhaltensänderungen oder eine Besessenheit von Waffen – und ermutigt sie, Bedenken zu melden, ohne als "Petze" abgestempelt zu werden.
Trainer von Sandy Hook Promise haben das Programm bereits tausenden Schülern im ganzen Land vermittelt. Das begleitende anonyme Meldesystem wird rund um die Uhr von Krisenberatern überwacht, die dringende Fälle an Strafverfolgungsbehörden und Schulverantwortliche weiterleiten. Häufige Meldungen betreffen Mobbing, Drogenkonsum, Belästigung und Selbstverletzung.
Ein solcher Hinweis führte 2021 zur Festnahme der Schülerin Trinity Shockley aus Indiana, die mit einem Schulmassaker gedroht hatte. Sandy Hook Promise behauptet, das System habe durch frühzeitiges Eingreifen in hochriskanten Situationen bereits mehrere Schießereien und Suizide verhindert.
Die Initiative Say Something wächst weiter: Trainer erreichen mittlerweile Schulen in jedem US-Bundesstaat. Indem junge Menschen lernen, auf Warnsignale zu reagieren, will das Programm Gewalt und Selbstgefährdung in Gemeinden reduzieren. Bisher wurden Hunderttausende Hinweise bearbeitet – viele führten zu direkten Interventionen.






