Warum die E-Auto-Förderung in Deutschland scheitert – und wer wirklich profitiert
Maximilian SchönlandWarum die E-Auto-Förderung in Deutschland scheitert – und wer wirklich profitiert
Förderung für E-Autos in der Kritik: Subventionen bringen nicht den gewünschten Nachfrageschub
Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland gerät zunehmend in die Kritik, nachdem Vorwürfe laut wurden, sie habe die Nachfrage nicht wie geplant belebt. Burkhard Weller, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), argumentiert, das Programm habe vor allem bestehende Bestellungen abgearbeitet, statt neue Käufer zu gewinnen.
Die seit dem 1. Januar 2026 gültige Förderung sieht je nach Modell und Käufergruppe Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro für Neufahrzeuge vor. Das Gesamtbudget beläuft sich auf 3,5 Milliarden Euro. Doch Weller widerspricht den lobenden Worten von Umweltminister Carsten Schneider und betont, die Prämie habe kaum Einfluss auf das Kaufverhalten der Verbraucher gehabt.
Laut Händlerangaben verzeichnen vor allem günstige chinesische E-Autos wie die Modelle des Herstellers BYD einen deutlichen Absatzanstieg – allein im Mai verzeichnete die Weller-Gruppe hier ein Plus von 235 Prozent. Die meisten geförderten Fahrzeuge liegen preislich zwischen 20.000 und 30.000 Euro, ein Segment, das derzeit von ausländischen Herstellern dominiert wird. Deutsche Marken sind in dieser Preisklasse noch nicht vertreten; der VW ID.Polo soll erst im September auf den Markt kommen.
Weller schlägt mehrere Maßnahmen vor, um die Förderung wirksamer zu gestalten. Dazu gehören die Ausweitung der Subventionen auf Gebrauchtwagen, der Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie eine Senkung der Strompreise. Zudem fordert er transparente Preise an Ladestationen und plädiert für einen einheitlichen Tarif – ähnlich wie beim Mobilfunk-Roaming.
Bisher profitieren vor allem ausländische Automobilhersteller von der Förderung, während heimische Anbieter kaum davon profitieren. Wellers Vorschläge zielen darauf ab, Elektroautos attraktiver und das Laden einfacher zu machen. Eine Reaktion der Bundesregierung auf seine Ideen steht noch aus.






