27 March 2026, 14:29

Warum AfD-Wähler trotz Skandale ihrer Partei treu bleiben

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "├ľffne die Grenzen, rette Leben, bekämpfe Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einer Stange, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Warum AfD-Wähler trotz Skandale ihrer Partei treu bleiben

Eine neue Studie wirft Licht darauf, warum einige deutsche Wähler trotz aller Kontroversen weiterhin die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) unterstützen. Der Soziologe Aladin El-Mafaalani argumentiert, dass nicht allein die Politik der Partei für diese Treue verantwortlich ist, sondern vor allem das Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen. In seinem Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" untersucht er, wie Skepsis gegenüber Demokratie, Medien und Wissenschaft die Unterstützung für populistische Bewegungen befeuert.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

El-Mafaalanis Forschung zeigt, dass Menschen, die etablierten Institutionen misstrauen, sich oft mit Gleichgesinnten verbünden. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" lehnen traditionelle Autoritäten ab, setzen jedoch Vertrauen in Personen, die ihre Haltung teilen. Populistische Führer, so El-Mafaalani, nutzen diese Dynamik gezielt aus, um ihre Anhängerschaft zu festigen.

Das rasante Wachstum der AfD verdeutlicht dieses Muster. 2013 als euroskeptische Partei gegründet, verfehlte sie bei ihrer ersten Bundestagswahl mit 4,7 Prozent der Stimmen knapp den Einzug ins Parlament. Bereits 2014 erreichte sie bei den Europawahlen 7 Prozent – ein Zeichen für ihren wachsenden Einfluss. Es folgten interne Konflikte, darunter 2015 die Abspaltung des liberal-konservativen Flügels, der die Partei ALFA gründete. Doch die AfD rückte weiter nach rechts und übernahm zunehmend populistische und extremistische Rhetorik.

Diese Radikalisierung zahlte sich in Landes- und Bundestagswahlen aus. Mittlerweile ist die AfD mit Sitz im Bundestag vertreten, an der Spitze die beiden Parteivorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel. Ihr Druck zwang selbst etablierte Parteien wie die CDU zu Kurskorrekturen – etwa bei der Verschärfung der Migrationspolitik im Vorfeld der Wahlen 2025. El-Mafaalani warnt jedoch, dass die Bloßstellung von Inkompetenz in der AfD ihre Anhänger nicht umstimmen werde – denn ihr Misstrauen sitzt tiefer als die Bindung an eine einzelne Partei.

Seine Analyse zieht auch Parallelen zu anderen populistischen Figuren wie Donald Trump. Indem er aufzeigt, wie sich Misstrauen verbreitet, schlägt El-Mafaalani wirksamere Strategien vor, um solchen Bewegungen entgegenzutreten.

Die anhaltende Unterstützung für die AfD spiegelt eine tiefere Vertrauenskrise in demokratische Institutionen wider. El-Mafaalanis Arbeit macht deutlich: Allein die Diskreditierung der Partei wird ihre Anziehungskraft nicht schwächen. Stattdessen könnte die Bekämpfung der Ursachen für das Misstrauen eine nachhaltigere Lösung bieten.

Quelle