15 May 2026, 20:22

VW zahlt 4.000 Euro Prämie an Mitarbeiter trotz Rekordverlusten und Dieselskandal

Graphik zeigt die Rate von tödlichen Arbeitsunfällen pro 100.000 Äquivalent-Vollzeitbeschäftigten nach Beschäftigtenstatus von 2006 bis 2017.

VW zahlt 4.000 Euro Prämie an Mitarbeiter trotz Rekordverlusten und Dieselskandal

Volkswagen-Mitarbeiter erhalten trotz Rekordverlusten und Dieselskandal fast 4.000 Euro Erfolgprämie für 2015

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Trotz der historischen Verluste des Konzerns und der anhaltenden Dieselaffäre erhalten rund 120.000 Beschäftigte von Volkswagen eine Ergebnisbeteiligung von knapp 4.000 Euro für das Jahr 2015. Die Auszahlung, die vom Gesamtbetriebsrat bestätigt wurde, gilt für Arbeitnehmer, die unter das interne Tarifabkommen fallen.

Die Prämienregelung wurde von Stephan Weil, dem SPD-Ministerpräsidenten Niedersachsens und Mitglied des VW-Aufsichtsrats, begrüßt. Er unterstützte die Entscheidung, obwohl das Unternehmen durch die Abgasmanipulationen erhebliche finanzielle und reputative Schäden erlitten hat. Gleichzeitig kritisierte SPD-Chef Sigmar Gabriel, dass in derselben Phase Millionenauszahlungen an Führungskräfte genehmigt wurden.

Laut dem vereinbarten Vergütungsmodell werden die Bezüge der Manager aufgrund der schwachen Unternehmensperformance gekürzt. Mitglieder des Vorstands haben einen Teil ihrer variablen Vergütung für drei Jahre gestundet und deren Auszahlung an die Erholung des Aktienkurses geknüpft. Dennoch bleibt der Streit um die Boni für die Führungsebene ungelöst.

Norwegens Staatsfonds NBIM kündigte an, gegen Volkswagen zu klagen. Der Fonds wirft der Konzernführung vor, von der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtung in Dieselfahrzeugen gewusst zu haben. Trotz dieser Vorwürfe beträgt die Pro-Kopf-Prämie für 2015 unverändert 3.950 Euro, mit geplanten Auszahlungen im Mai.

Bernd Osterloh, Vorsitzender des VW-Gesamtbetriebsrats, bestätigte die Vereinbarung offiziell in einem Schreiben an die Belegschaft. Die Entscheidung sichert den Stammbelegschaften ihren Anteil am Unternehmensgewinn – auch während der Konzern weiter mit den Folgen des Skandals ringt.

Die 3.950 Euro werden den Beschäftigten im Mai ausgezahlt und bieten so eine finanzielle Entlastung in schwierigen Zeiten. Für die Führungsebene hingegen bedeutet die Krise gekürzte Bezüge und gestundete, leistungsabhängige Vergütungen. Rechtliche Herausforderungen, darunter die Klage Norwegens, erhöhen den Druck auf Volkswagen, während der Konzern die Aufarbeitung der Dieselaffäre vorantreibt.

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