VW-Skandal: Milliarden versteckt – während Löhne eingefroren wurden

Janos Pieper
Janos Pieper
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Eine Gruppe maskierter Personen mit einer Fahne, auf der 'Volkswagen Gruppe' steht, protestiert vor einem Glasgebäude.Janos Pieper

VW-Skandal: Milliarden versteckt – während Löhne eingefroren wurden

Volkswagen kommt unter internen Druck, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen Milliarden an flüssigen Mitteln hielt, während es mit den Beschäftigten über Lohnstopp-Verhandlungen verhandelte. Eine Untersuchung der Bild enthüllte, dass Führungskräfte durch die Manipulation von Liquiditätsreserven Boni sicherten – ein Widerspruch zu früheren Warnungen vor finanziellen Engpässen. Mitarbeiter werfen dem Konzern nun vor, sie während der jüngsten Tarifverhandlungen in die Irre geführt zu haben.

Im Januar gab Volkswagen bekannt, Milliarden an flüssigen Mitteln angehäuft zu haben – eine Aussage, die früheren Behauptungen über finanzielle Belastungen direkt widersprach. Der Bericht folgte auf eine Bild-Enthüllung, wonach Finanzvorstand Arno Antlitz rund 6 Milliarden Euro freigegeben habe, um die Auszahlung von Manager-Boni auszulösen. Laut Unternehmensregeln erhalten Spitzenkräfte jeweils 1,75 Millionen Euro zusätzlich, sobald die Liquidität 5,6 Milliarden Euro übersteigt.

Die Enthüllungen haben unter den Belegschaften Empörung ausgelöst. Sie werfen der Arbeitnehmervertreterin Daniela Cavallo vor, den plötzlichen Geldsegen während der Tarifverhandlungen 2024 verschwiegen zu haben. Die Beschäftigten fühlen sich getäuscht, da ihr Lohnabkommen Einfrierungen und mögliche Reallohnkürzungen vorsieht. Ein Krisentreffen am Hauptsitz in Wolfsburg soll nun die Forderungen der Belegschaft zur Liquiditätsaffäre klären.

Die finanzielle Entwicklung 2025 verschärft die Spannungen zusätzlich. Zwar stiegen die Umsätze der Kernmarken Volkswagen, Škoda und SEAT/Cupra im ersten Halbjahr um 5,0 Prozent auf 72,5 Milliarden Euro, doch die Profitabilität litt. US-Zölle, CO₂-Vorgaben, Diesel-Probleme und Restrukturierungskosten drückten den operativen Gewinn im ersten Quartal auf 1,12 Milliarden Euro. Ein Verlust im dritten Quartal und rückläufige Auslieferungen könnten die Manager-Boni weiter beeinträchtigen. Zu den Vorwürfen hat sich der Konzern bisher nicht öffentlich geäußert.

Der Bonus-Skandal vertieft die Gräben zwischen Führungsetage und Belegschaft. Mit festgeschriebenen Lohnstopp-Regelungen und an Liquiditätsziele geknüpften Boni fordern die Mitarbeiter im anstehenden Wolfsburg-Treffen Aufklärung. Das Ergebnis könnte die künftigen Arbeitsbeziehungen und die finanzielle Transparenz beim Autokonzern maßgeblich prägen.

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