VW plant radikale Werksschließungen – 100.000 Jobs in Gefahr bis 2030
Janos PieperVW plant radikale Werksschließungen – 100.000 Jobs in Gefahr bis 2030
Volkswagen steht vor einem tiefgreifenden Umbruch und erwägt die Schließung mehrerer europäischer Werke. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Konkurrenz durch günstigere chinesische Fahrzeuge sowie einer seit Langem bestehenden Unterauslastung der eigenen Produktionsstätten. Finanzvorstand Arno Antlitz warnte, dass einige Standorte aufgrund sinkender Wettbewerbsfähigkeit und niedriger Produktionszahlen geschlossen werden könnten.
Die europäischen Werke von Volkswagen laufen seit 20 Jahren mit weniger als 60 Prozent Auslastung, wodurch jährlich rund 800.000 Fahrzeuge ungenutzt bleiben. Betroffen sind unter anderem die Standorte Hannover, Zwickau, Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm, in denen zusammen etwa 40.000 Beschäftigte arbeiten. Die Produktion in Asien, insbesondere in China, bietet geringere Kosten und modernere Anlagen, was es den europäischen Werken erschwert, mitzuhalten.
2024 einigte sich das Unternehmen auf die Schließung von drei deutschen Werken und den Abbau von 30.000 Stellen im Inland. Wie das Manager Magazin berichtet, plant Konzernchef Oliver Blume zudem, bis 2030 weltweit vier Werke zu schließen und 100.000 Arbeitsplätze abzubauen. Der Gewinn pro Fahrzeug stieg von 3.593 Dollar im Jahr 2016 auf 5.919 Dollar im Jahr 2024 – ein Großteil des Zuwachses stammt aus der Produktion außerhalb Deutschlands.
Im Rahmen der Restrukturierung könnte auch die Volkswagen-Pkw-Marke sowie die Komponentensparte ausgegliedert werden, um sie leichter an die Börse bringen zu können. Die Gewerkschaften, allen voran die IG Metall, lehnen die Stellenstreichungen und Werksschließungen jedoch vehement ab.
Ziel der geplanten Maßnahmen ist es, die Effizienz zu steigern und sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen. Die Schließung unterausgelasteter Werke und der Personalabbau würden die europäischen Aktivitäten von Volkswagen grundlegend verändern. Zwar hat das Unternehmen seine Rentabilität gesteigert, doch stößt die Umstrukturierung auf Widerstand bei Gewerkschaften und Belegschaften.
