Streit um Erdverkabelung A-Nord: Nordhorn blockiert Amprions Pläne für Windstrom-Trasse
Maximilian SchönlandStreit um Erdverkabelung A-Nord: Nordhorn blockiert Amprions Pläne für Windstrom-Trasse
Die Pläne für die Erdverkabelung A-Nord stehen nach Bedenken der Stadt Nordhorn erneut auf dem Prüfstand. Die Bundesnetzagentur hat den Netzbetreiber Amprion GmbH aufgefordert, alternative Trassen für die 300 Kilometer lange Gleichstromverbindung zu prüfen, die ab 2025 Windenergie aus Offshore-Anlagen durch Deutschland transportieren soll. Die Stadtverwaltung warnt, dass die aktuellen Vorschläge künftige Entwicklungsmöglichkeiten in der Region einschränken könnten.
Das Projekt A-Nord soll Windstrom aus dem Norden in den Westen und Süden Deutschlands leiten – und zwar über ein Erdkabel. Amprions bevorzugte Route verläuft entlang eines extrem westlichen Korridors und schneidet dabei den östlichen Rand von Nordhorn. Die Stadt kritisiert diesen Plan scharf und betont, dass er Erschließungsmöglichkeiten für die Zukunft blockieren würde.
Bevor der Bau beginnt, muss ein 1.000 Meter breiter Vorzugskorridor festgelegt werden. Nach der Verlegung des Kabels bleibt darüber dauerhaft ein 24 Meter breites Baubanngebiet bestehen. Die Bundesnetzagentur drängt nun auf zusätzliche Optionen, darunter Querungen und kleinere Anpassungen, um die lokalen Auswirkungen zu verringern.
Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling und Stadtbaurat Thimo Weitemeier begrüßen die Entscheidung der Behörde. Sie gehen davon aus, dass frühere Untersuchungen möglicherweise geeignetere Trassen übersehen haben. Amprion muss nun diese neuen Varianten bewerten, bevor die endgültige Route feststeht.
Die überarbeiteten Pläne könnten die Spannungen zwischen dem Projekt und den Entwicklungszielen Nordhorns entschärfen. Die Inbetriebnahme der Gleichstromtrasse bleibt für 2025 vorgesehen, doch weitere Anpassungen der Strecke sind nicht ausgeschlossen. Seit der Vorstellung der ersten Entwürfe gab es Berichten zufolge keine aktuelle öffentliche Rückmeldung von betroffenen Anwohnern.