03 March 2026, 22:10

Streit um Bahn-Reaktivierung: Drei Halte – viele Verärgerte bis 2026

Zwei Züge auf Schienen mit einem Zaun im Vordergrund, Pfosten mit einem mit einer Signalbeleuchtung, ein Auto auf der Straße rechts, Gebäude im Hintergrund und Himmel oben.

Streit um Bahn-Reaktivierung: Drei Halte – viele Verärgerte bis 2026

Die Pläne zur Reaktivierung der die bahn Lüneburg–Soltau haben in den betroffenen Gemeinden eine kontroverse Debatte ausgelöst. Das Vorhaben, das durch eine Machbarkeitsstudie gestützt wird, sieht die Wiederinbetriebnahme des Personenverkehrs bis Ende 2026 vor. Doch die Entscheidung, die Halte in Drögennindorf und Soderstorf auszusparen, stößt bei einigen Politikern und Anwohnern auf heftigen Widerstand.

Der geplante Stundentakt mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h soll nur drei Stationen umfassen: Melbeck/Embsen, Amelinghausen und Bispingen. Zusätzliche Halte in Hützel und in der Nähe des Heide Parks wurden bereits verworfen, sodass mehrere Ortschaften ohne direkten Anschluss bleiben.

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und das Unternehmen Sinon haben die Streckenführung finalisiert und die Halte auf ein Minimum beschränkt, um die Effizienz zu gewährleisten. Dennoch haben lokale Politiker aus den betroffenen Dörfern ihre Unterstützung zurückgezogen und bemängeln die mangelnde Anbindung. Währenddessen zeigen sich Bispingen und der Landkreis Heidekreis weitgehend unbeeindruckt – größere Proteste blieben bisher aus.

Bevor der Betrieb aufgenommen werden kann, sind umfangreiche Infrastrukturarbeiten nötig. Erste Baumaßnahmen, darunter die Modernisierung der Bahnsteige und die Installation einer neuen elektronischen Stellwerkstechnik in Uelzen, sind zwischen dem 1. Mai und dem 10. Juli 2026 während einer zehnwöchigen Vollsperrung geplant. Die komplette Sanierung der Strecke, die Teil der übergeordneten Verbindung Hannover–Hamburg ist, wurde jedoch auf Anfang 2029 verschoben. Weitere Verzögerungen könnten durch Brückenerneuerungen entstehen, etwa beim Ersatz der Norderelbe-Querspannung in den 2030er-Jahren, sowie durch noch nicht beschlossene Kapazitätserweiterungen.

Ein weiteres Hindernis ist die rechtzeitige Verfügbarkeit moderner batteriebetriebener Züge und Ladeinfrastruktur bis 2029. Der Zeitplan des Projekts hängt zudem von der umfassenden Modernisierung des Alpha-E-Netzes ab, die selbst mit Verzögerungen zu kämpfen hat. Ohne diese Aufrüstungen könnten der geplante Stundentakt und die Anschlüsse an andere Linien nicht wie vorgesehen realisiert werden.

Die Zukunft der Bahnstrecke hängt nun davon ab, ob die technischen und logistischen Herausforderungen bewältigt werden können. Sollte das Projekt gelingen, wird die Strecke mit nur drei Halten betrieben – einige Gemeinden blieben dann ohne Anschluss. Noch sind entscheidende Weichenstellungen zu Zügen, Infrastruktur und Finanzierung offen, sodass der Ausgang weiter ungewiss ist.

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