Spendenaktion für Markus W. zeigt Solidarität nach jahrelangem Justizdrama in Leipzig
Elsa JunckHotelangestellter Markus W. bekommt Spenden für seine Leiden - Spendenaktion für Markus W. zeigt Solidarität nach jahrelangem Justizdrama in Leipzig
Ein Social-Media-Influencer hat eine Spendenkampagne für Markus W. ins Leben gerufen, den Leipziger Hotelmitarbeiter, der 2021 fälschlich vom Sänger Gil Ofarim des Antisemitismus beschuldigt worden war. Die Aktion soll W. nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen und öffentlicher Aufmerksamkeit unterstützen. Die Spenden fließen an gemeinnützige Organisationen und ermöglichen W. Zeit mit seiner Familie.
Die öffentliche Meinung hat sich seit dem Vorfall deutlich gewandelt. Während W. anfangs mit Skepsis betrachtet wurde, gilt er heute nach Ermittlungen, Gerichtsurteilen und Ofarims späterer Entschuldigung weitestgehend als zu Unrecht Beschuldigter. Aktuelle Spenden spiegeln die wachsende Solidarität mit W. wider, der in Interviews mit Medien wie der Zeit sein Schweigen brach und die Videoaufnahmen sowie Zeugenaussagen verteidigte, die Ofarims Vorwürfe widerlegten.
Der Streit begann 2021, als Ofarim W. vorwarf, ihm in einem Leipziger Hotel wegen seines Davidstern-Halsbandes die Bedienung verweigert zu haben. Die Anschuldigung löste Empörung aus, doch Überwachungsvideos zeigten später, dass es zu keinem solchen Vorfall gekommen war. Gerichte entschieden zugunsten W.s und verurteilten Ofarim 2023 zu einer Entschädigungszahlung von 20.000 Euro sowie einem Bußgeld von 10.000 Euro. Trotz des Urteils erklärte Ofarims Anwalt nun, die Zahlung erfolge erst, sobald der Sänger über die notwendigen Mittel verfüge.
Unterdessen verdiente Ofarim 2023 durch seinen Auftritt bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! rund 400.000 Euro, darunter 100.000 Euro als Siegprämie. Der Kontrast zwischen seinen Einnahmen und der ausstehenden Zahlung an W. sorgt für Kritik.
Die neue Spendenaktion wird die Gelder an zwei W. wichtige Zwecke verteilen: Ein Teil geht an HateAid, eine deutsche Nichtregierungsorganisation, die sich gegen Hass im Netz einsetzt und Opfer digitaler Gewalt unterstützt. Ein weiterer Anteil fließt an die Leipziger Initiative Minilöwen, die sich für frühgeborene und kranke Neugeborene sowie deren Familien engagiert. Zudem möchte W. einen Teil der Spenden für gemeinsame Zeit mit seiner Familie nutzen. Der Initiator der Kampagne hat zugesagt, die Übergabe der Mittel nach Abschluss transparent zu dokumentieren.
Die Aktion unterstreicht die langfristigen Folgen des Vorfalls von 2021 für W.s Leben. Während Ofarims Entschädigung weiterhin aussteht, bietet die öffentliche Spendenbereitschaft nun direkte Unterstützung. Die Gelder kommen W. persönlich zugute und fließen in Organisationen, die sich gegen Online-Hass und für die Versorgung von Frühgeborenen einsetzen.






