13 April 2026, 14:24

SPD-Fraktionschef Saleh attackiert eigene Partei wegen unsozialer Reformpläne

Deutsches Propagandaplakat für die Nazi-Partei mit zwei Männern auf einem Sofa.

SPD-Fraktionschef Saleh attackiert eigene Partei wegen unsozialer Reformpläne

Raed Saleh, Fraktionschef der Berliner SPD, hat die eigene Parteiführung und die Bundesregierung scharf kritisiert. Er warnte, dass geplante Reformen – darunter eine Erhöhung der Mehrwertsteuer – Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen unzumutbar belasten würden. Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem SPD-Chef Lars Klingbeil weitreichende Änderungen bei Arbeitszeiten und Renten vorantreibt.

Saleh machte deutlich, dass er die aktuelle Reformagenda ablehnt. Er argumentierte, dass Pläne für längere Arbeitszeiten und Rentenanpassungen die Situation normaler Arbeitnehmer verschlechtern könnten. Besonders die Mehrwertsteuererhöhung würde vor allem diejenigen treffen, die ohnehin schon am stärksten zu kämpfen hätten, so Saleh.

Darüber hinaus forderte er wirksamere Mieterschutzregelungen. Ein neuer Passus solle es den Bundesländern ermöglichen, in den Mietmarkt einzugreifen und ihn zu regulieren, betonte er. Ohne solche Maßnahmen würden die Reformen keine echte Entlastung für Millionen bringen.

Saleh ging noch einen Schritt weiter und sprach von einer Krise der Sozialdemokratie. Die Partei müsse den Mut aufbringen, für eine Umverteilung von den Reichsten zu den Bedürftigen zu kämpfen, forderte er. Sozialdemokraten seien in der Pflicht, die soziale Marktwirtschaft zu verteidigen – nicht die Interessen großer Konzerne.

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Bei der Rente zeigte er sich unnachgiebig: Versteckte Kürzungen dürfe es nicht geben. Jede Reform müsse klare Garantien für Leistungen und finanzielle Unterstützung für diejenigen vorsehen, die unter Druck stünden.

Seine Kritik beschränkt sich jedoch nicht auf Einzelheiten der Politik. Saleh stellte infrage, ob die SPD ihren Weg verliere, und rief die Führung auf, sich wieder stärker auf den Schutz von Arbeitnehmern und Mietern zu konzentrieren – statt unpopuläre Änderungen durchzusetzen.

Salehs Äußerungen verdeutlichen die tiefen Gräben innerhalb der SPD bei den Reformplänen der Regierung. Seine Forderungen nach mehr Mieterschutz, Rentenabsicherung und Steuerentlastung bringen ihn in direkten Gegensatz zu den Parteispitzen. Die Debatte dreht sich nun darum, ob die geplanten Änderungen die Belastung für normale Haushalte verringern – oder noch verschärfen werden.

Quelle