19 June 2026, 10:15

Schufa vor Gericht: Wie transparent müssen Bonitätsbewertungen wirklich sein?

Schufa vor Gericht: Ein veralteter Streit - Mit Konsequenzen für die Zukunft der KI

Schufa vor Gericht: Wie transparent müssen Bonitätsbewertungen wirklich sein?

Im März 2023 führte die Schufa ein neues Bonitätsbewertungsmodell ein. Es basiert auf einer standardisierten Skala von 100 bis 999 und stützt sich auf zwölf klar definierte Kriterien. Das System soll bis Ende 2028 ein älteres, komplexeres Modell ersetzen.

Fünf Privatpersonen haben die Schufa verklagt. Sie argumentieren, dass die aktuellen Angaben des Unternehmens zur Berechnung der Bonität nicht transparent genug seien. Der Fall liegt nun beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe, der entscheiden muss, wie detailliert die Datenkopien der Schufa nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sein müssen.

Im Mittelpunkt des Rechtsstreits steht die Transparenz algorithmischer Entscheidungen. Die Schufa betont, dass ihre Offenlegungen bereits den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Die Kläger fordern jedoch tiefere Einblicke in die Logik hinter den Berechnungen.

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Ab November 2026 wird der Gesetzgeber ein neues rechtliches Rahmenwerk für „materielle Scoring“-Systeme einführen. Die Schufa behauptet, ihr aktualisiertes Modell erfülle bereits jetzt diese künftigen Standards, indem es jeden Faktor und dessen Gewichtung offengelegt. Das Urteil des Gerichts könnte prägend dafür sein, wie datenbasierte Bewertungen künftig gehandhabt werden.

Die Entscheidung des BGH wird die Transparenzpflichten bei automatisierten Entscheidungsverfahren nach der DSGVO klären. Sie könnte zudem einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie viel Einblick Verbraucher in algorithmische Prozesse erhalten sollten. Das Ergebnis könnte sich auf künftige datengestützte Bewertungen in verschiedenen Branchen auswirken.

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