Rheinsberg feiert den vergessenen Mäzen: 300 Jahre Prinz Heinrich von Preußen
Janos PieperMehr als nur der kleine Bruder: Rheinsberg widmet sich Heinrich - Rheinsberg feiert den vergessenen Mäzen: 300 Jahre Prinz Heinrich von Preußen
300. Geburtstag von Prinz Heinrich von Preußen: Rheinsberg feiert seinen vergessenen Mäzen
In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag von Prinz Heinrich von Preußen, dem jüngeren Bruder Friedrichs des Großen, zum 300. Mal. Obwohl er oft im Schatten seines berühmten Bruders stand, prägte Heinrich die brandenburgische Stadt Rheinsberg nachhaltig und machte sie zu einem blühenden kulturellen Zentrum. Mit Opernaufführungen und Veranstaltungen zu seinem Erbe hat die Festspielsaison bereits begonnen.
Geboren 1726, gestaltete Prinz Heinrich nach dem Siebenjährigen Krieg Rheinsberg maßgeblich um. Er schuf dort einen Musenhof – einen Ort der Künste –, an dem Theater, Oper und Konzerte stattfanden. Sein künstlerischer Einfluss erstreckte sich auch auf die Landschaftsgestaltung: Er entwarf Gärten mit chinesischen Pavillons, römischen Ruinen, einer Felsgrotte und sogar einem Hecken-Theater. 1774 ließ er ein Schlosstheater errichten, in dem Kammermusikopern von so hoher Qualität aufgeführt wurden, dass sie mit denen von Versailles verglichen wurden. Seine Ehefrau, Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Kassel, unterstützte diese Bestrebungen und half, Rheinsberg als Kunstzentrum zu etablieren.
Heinrichs kulturelles Wirken reichte weit über Deutschland hinaus. Er besuchte 1789 in Paris die Uraufführung von Raubein Blaubart, einer Operette von André-Modeste Grétry, und pflegte eine enge Freundschaft mit dem Komponisten Giovanni Paisiello, der später für Katharina die Große in Russland arbeitete. Beide Werke – Der Barbier von Sevilla und Raubein Blaubart – werden in diesem Jahr in Rheinsberg auf die Bühne gebracht und ehren so diese historischen Verbindungen.
Heute führen Einrichtungen wie die Musikakademie Brandenburg, die Kammeroper Schloss Rheinsberg und das Rheinsberger Schlosstheater sein Erbe fort. Jelle Dierickx, künstlerischer Leiter des Festivals, betont Heinrichs europäische Strahlkraft. Dennoch gibt es Herausforderungen: Rheinsberg verfügt über kein eigenes Orchester, und das Opernfestival des vergangenen Jahres litt unter Wetterkapriolen und steigenden Kosten. Trotzdem erwarten die Veranstalter für die Saison 2026 rund 8.000 Besucher.
Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) hebt hervor, dass Heinrichs Vision Rheinsberg bis heute prägt. Jahrhundertelang blieb sein Wirken im Schatten des Ruhmes Friedrichs des Großen unbeachtet. Nun widmet sich ein großer Teil des diesjährigen Programms der Würdigung seines Lebens und Schaffens.
Die Jubiläumsveranstaltungen zeigen, wie nachhaltig Prinz Heinrich Rheinsberg geprägt hat. Mit Aufführungen von Raubein Blaubart und Der Barbier von Sevilla wird sein europäisches Netzwerk lebendig, während moderne Institutionen sein kulturelles Vermächtnis bewahren. Trotz Wetterrisiken und finanzieller Hürden soll das Festival Tausende anziehen – und Heinrichs künstlerische Idee für die nächste Generation bewahren.
New Video Installation Honours Prinz Heinrich's Legacy
A new exhibition has been announced to mark the 300th anniversary celebrations. The video installation Françoise in Gefahr – h300 ist da! by artist Susanne Krell will run from 03.04. to 31.05.2026 at Schloss Rheinsberg. This contemporary work explores themes linked to Heinrich's cultural vision and adds a modern dimension to the historic programme.






