Philologenverband fordert 60 Milliarden Euro für marode Schulen aus Sondervermögen
Janos PieperPhilologenverband fordert 60 Milliarden Euro für marode Schulen aus Sondervermögen
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat die Verwendung der Mittel aus dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen im Jahr 2025 scharf kritisiert. Nach Angaben des Verbands sei zu wenig des aufgenommenen Geldes an Schulen geflossen – trotz eines wachsenden Investitionsstaus. Nun fordert der DPhV, mindestens 60 Milliarden Euro gezielt für Sanierungen und Modernisierungen im Bildungsbereich bereitzustellen.
Die Forderung des DPhV folgt auf Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des ifo-Instituts, die ergaben, dass ein Großteil der im vergangenen Jahr aufgenommenen Schulden nicht für zusätzliche Investitionen verwendet wurde. Stattdessen habe das Geld bestehende Haushalte ersetzt, statt sie aufzustocken, so der Verband. Artikel 143h des Grundgesetzes schreibt jedoch vor, dass das Sondervermögen zusätzliche Ausgaben finanzieren muss – eine Regel, die nach Ansicht des DPhV missachtet wurde.
Der Investitionsrückstand bei Schulen beläuft sich derzeit auf 67,8 Milliarden Euro, wie aus Daten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hervorgeht. Doch nur ein geringer Teil des Sondervermögens floss in Schulgebäude oder die digitale Ausstattung. Zudem kritisierte der DPhV laufende Programme wie den DigitalPakt 2.0 als unzureichend strukturiert und den tatsächlichen Bedarfen nicht gewachsen.
Die Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing warnte, dass jüngere Generationen die Schulden zurückzahlen müssten, ohne bessere Klassenzimmer oder Ausstattungen vorzufinden. Sie forderte die Bildungsminister auf, die Mittel in klar messbare Verbesserungen zu lenken – statt in vage Zuweisungen.
Mit der Forderung nach 60 Milliarden Euro zielt der DPhV auf längst überfällige Sanierungen und Modernisierungen an Schulen ab. Da Studien zeigen, dass die aufgenommenen Mittel keine zusätzlichen Investitionen brachten, besteht der Verband darauf, dass künftige Vergaben den gesetzlichen Vorgaben entsprechen müssen. Der aktuelle Rückstau sowie strukturelle Mängel in Programmen wie dem DigitalPakt 2.0 bleiben zentrale Herausforderungen für die Politik.






