31 March 2026, 00:22

Pharma- und Biotechbranche fordert von Warken dringende Reformen gegen globale Handelsrisiken

Plakat mit Text über Big Pharma-Preisunterschiede, begleitet von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Pharma- und Biotechbranche fordert von Warken dringende Reformen gegen globale Handelsrisiken

Fünf große Verbände der Pharma- und Biotechnologiebranche haben Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu sofortigem Handeln aufgefordert. Der Appell kommt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über Handelspolitik, Preisdruck und die Abhängigkeit Deutschlands von ausländischen Lieferketten. Die Verbände warnten, dass jüngste Gesetze und globale Handelskonflikte die Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Branche gefährdeten.

Kritik übten die Verbände am GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, das ihrer Meinung nach Unsicherheit in der Branche schaffe. Sie argumentierten, dass das Gesetz in Kombination mit US-Handels- und Arzneimittelpreispolitik die Position Deutschlands auf dem Weltmarkt schwäche. Seit 2020 bedrohten die unter der Trump-Administration für 2025 geplanten Strafzölle von bis zu 100 Prozent auf Pharmaprodukte die Exporte – besonders für Unternehmen in Baden-Württemberg, wo ein Viertel der deutschen Pharmaausfuhren in die USA geht.

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Als direkte Folge der Zollunsicherheit verwiesen die Verbände auf Roches 50-Milliarden-Dollar-Investitionen in US-Produktionsstätten. Zwar hätten einige Unternehmen wie Boehringer Ingelheim von neuen Arzneimittelzulassungen in den USA profitiert, doch belasteten die allgemeinen Handelskonflikte weiterhin die gesamte Branche. Zudem wiesen sie auf Deutschlands starke Abhängigkeit von China bei Wirkstoffen und Schlüsseltechnologien hin, die sie als gravierende Schwachstelle bezeichneten.

Trotz eingereichter Vorschläge für strukturelle Reformen hätten die Verbände bisher keine offizielle Rückmeldung erhalten, hieß es. Ideen wie verschärfter Preiswettbewerb bei patentgeschützten Medikamenten oder strengere mengenbasierte Preisregelungen lehnten sie ab. Stattdessen forderten sie eine ressortübergreifende Strategie, um die Marktbedingungen zu verbessern und Deutschlands Rolle als wettbewerbsfähiger Industriestandort zu sichern.

Der jüngste Pharma-Dialog wurde zwar als Schritt zur Vertrauensbildung anerkannt, doch betonten die Verbände die Notwendigkeit eines klaren Fahrplans, um langfristige Planungs- und Rechtssicherheit in der Branche zu gewährleisten.

Die Industrieverbände fordern nun zügige und entschlossene Maßnahmen zum Schutz der deutschen Pharma- und Biotechbranche. Ohne eine abgestimmte Strategie, warnen sie, drohe Deutschland weiter im globalen Wettbewerb und bei der Innovation zurückzufallen. Ihre Reformvorschläge lägen weiterhin auf dem Tisch – eine Reaktion der Regierung stehe noch aus.

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