Osnabrücks Kita-Ausbau droht an fehlenden Landesmitteln zu scheitern
Osnabrück hat über ein Jahrzehnt in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert – doch nun stehen neue Herausforderungen an. Trotz hoher Investitionen stellt das Land 2024 keine Mittel für den Neubau von Kitas bereit. Lokale Politiker fordern dringend Entlastung, um die finanzielle Belastung der Kommunen zu verringern.
Seit 2009 hat Osnabrück 113 Millionen Euro in den Bau von Kindertagesstätten gesteckt, wobei das Land knapp 8 Millionen Euro beigesteuert hat. Der Ausbau erfolgte als Reaktion auf den gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Zwar werden die Betriebskosten teilweise erstattet – etwa zu einem Drittel –, doch die Hauptlast trägt die Stadt.
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, haben Kommunalverwaltung und freie Träger seit Sommer 2022 verschiedene Maßnahmen ergriffen: Dazu gehören die Ausbildung von Spezialkräften, die Gewinnung von Quereinsteigern sowie Fortbildungsangebote. Zudem wurden Springerpools eingerichtet und gezielte Werbekampagnen gestartet. Mittlerweile sind fast alle Stellen in städtischen Kitas besetzt.
Wolfgang Beckermann, kommunaler Vertreter, kritisiert die mangelnde Unterstützung des Landes scharf. Es sei „beinahe ein Skandal“, dass Kommunen beim Kita-Bau keine Mitfinanzierung erhielten, so Beckermann. Ohne Landesbeteiligung seien die Anstrengungen der Stadt auf Dauer nicht tragbar. Er forderte umgehende Nachbesserungen und warnte, veraltete Fördermodelle belasteten die kommunalen Haushalte unzumutbar.
Während das Land rechtliche und finanzielle Hilfen für Personalinitiativen bereitstellt, fehlt es an Förderung für die Infrastruktur. Osnabrücks Verantwortliche betonen, dass nachhaltige Lösungen nur mit einer gemeinsamen Finanzierungsverantwortung möglich seien. Ohne diese stehe die Zukunft der Kinderbetreuung in der Stadt auf dem Spiel.






