02 January 2026, 04:36

Niedersachsens Polizei kämpft mit Personalmangel und veralteter Infrastruktur

Eine Gruppe von Menschen, die auf einer Straße mit zwei Polizisten vorne, Gebäuden im Hintergrund und Boden unten gehen.

Niedersachsens Polizei kämpft mit Personalmangel und veralteter Infrastruktur

Polizeifinanzierung in Niedersachsen bleibt drängendes Problem

Laut der Gewerkschaft der Polizei (DPolG) bleibt die Finanzierung der Polizei in Niedersachsen ein akutes Problem. Die Organisation kritisiert den Haushaltsentwurf für 2026 scharf, da dieser zentrale Forderungen ignoriert – darunter stagnierende Zulagen und veraltete Infrastruktur. Patrick Seegers, Landesvorsitzender der DPolG, warnt, dass die aktuellen Maßnahmen die langfristigen Personal- und Ressourcenprobleme nicht lösen werden.

Die DPolG verweist auf eine wachsende Lücke zwischen genehmigten Planstellen und der tatsächlichen Personalstärke. Erfahrene Beamte scheiden häufiger aus, als neue Kräfte eingestellt werden, was die Polizei an ihre Grenzen bringt. Seegers räumt ein, dass zusätzliche Stellen und administrative Unterstützung positive Schritte seien, betont jedoch, dass diese die bevorstehenden Pensionierungswellen nicht ausgleichen können.

Die Gewerkschaft fordert zudem verlässliche, langfristige Finanzierung statt einmaliger Investitionen. Viele Polizeidienststellen in Niedersachsen sind technisch veraltet und in schlechtem Zustand – mit negativen Folgen für die Motivation, Gesundheit und Effizienz der Beamten. Die DPolG argumentiert, dass halbherzige Digitalisierungsmaßnahmen auf Dauer teurer würden, und plädiert stattdessen für umfassende Vorabinvestitionen. Bei den Polizeizulagen zeigt der Haushalt 2026 keine Verbesserungen – ein Schritt, der laut DPolG die Attraktivität des Berufs weiter schwächt. Zwar begrüßt die Gewerkschaft jüngste Infrastrukturinvestitionen, warnt jedoch, dass nachhaltige Sicherheit nur durch stabile politische Entscheidungen und ausreichende Mittel gewährleistet werden kann. Seegers kommt zu dem Schluss, dass dauerhafter Wandel sowohl Finanzierung als auch gut ausgestattetes Personal erfordert.

Der Haushaltsentwurf 2026 steht in der Kritik, weil er die Polizeizulagen unverändert lässt und die Personallücke nicht schließt. Die Warnungen der DPolG deuten auf tiefgreifendere Probleme hin – bei der Nachwuchsgewinnung, der technischen Ausstattung und den Arbeitsbedingungen. Ohne kontinuierliche Investitionen, so die Gewerkschaft, werde es der Polizei zunehmend schwerfallen, ihre Handlungsfähigkeit zu erhalten und Beamte zu halten.