24 May 2026, 16:28

Niedersachsen setzt auf Geothermie: Neuer Atlas zeigt heiße Potenziale unter der Erde

Diese Regionen eignen sich gut für geothermische Projekte

Niedersachsen setzt auf Geothermie: Neuer Atlas zeigt heiße Potenziale unter der Erde

Niedersachsen macht Fortschritte bei der Energiewende mit neuem Geothermie-Atlas

Niedersachsen hat mit einem neuen Geothermie-Kartierungsprojekt einen wichtigen Schritt in seiner Energiewende gemacht. Der Niedersächsische Geothermie-Dienst (NGD) hat eine detaillierte Serie von Karten veröffentlicht, die Regionen mit hohem Potenzial für die Nutzung von tiefer Geothermie ausweisen. Die Karten konzentrieren sich auf uralte Gesteinsschichten, die zur Deckung der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Wärmeversorgungslösungen beitragen könnten.

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Die neu veröffentlichten Karten heben Gebiete mit der Exter-Formation aus der Keuper-Zeit hervor – eine über 200 Millionen Jahre alte Gesteinsschicht. In Tiefen von bis zu 2.600 Metern finden sich dort wasserdurchlässige Sandsteine mit Temperaturen von über 100 Grad Celsius – ideale Voraussetzungen für die geothermische Nutzung. Fachleute des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) werteten für die Erstellung der Karten Daten von mehr als 1.100 Tiefbohrungen aus.

Bei der Tiefengeothermie werden Bohrungen in mehr als 400 Meter Tiefe niedergebracht, wobei die meisten deutschen Anlagen zwischen 2.000 und 3.500 Metern operieren. Thermalwasser wird an die Oberfläche gepumpt, wo Wärmetauscher die Energie für Fernwärme oder industrielle Nutzung gewinnen. Trotz des beträchtlichen ungenutzten Potenzials in Norddeutschland haben hohe Bohrkosten und Explorationsrisiken die Entwicklung bisher gebremst.

Das Interesse an Geothermie wächst in Niedersachsen stetig. Kommunen, lokale Versorger und energieintensive Unternehmen erkunden diese Technologie zunehmend als zuverlässige, klimafreundliche Wärmequelle. Die neuen Karten, die nun online verfügbar sind, sollen die Standortauswahl erleichtern und frühzeitige Risiken für Projektentwickler verringern.

Die Karten bieten ein klareres Bild der geothermischen Ressourcen Niedersachsens und unterstützen so den Übergang der Region zu erneuerbaren Energien. Durch die Identifizierung der vielversprechendsten Standorte hofft der NGD, Investitionen zu beschleunigen und Entwicklungshemmnisse abzubauen. Weitere Informationen zu Geothermie-Projekten sind auf der Website des LBEG abrufbar.

Quelle