15 January 2026, 02:07

Niedersachsen fordert radikale BAföG-Reform gegen Studierenden-Armut

Eine Gruppe von Studenten marschiert in Berlin, die eine bunt bemalte Tafel mit der Aufschrift "Students for Future" trägt, mit Gebäuden, Bäumen und Himmel im Hintergrund.

Niedersachsen fordert radikale BAföG-Reform gegen Studierenden-Armut

Niedersachsen drängt auf grundlegende Reform des BAföG

Niedersachsen setzt sich für eine umfassende Neugestaltung des deutschen Studentenförderungssystems BAföG ein. Wissenschaftsminister Falko Mohrs hat im Bundesrat einen Antrag eingebracht, der von der Bundesregierung dringendes Handeln fordert. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund stark gestiegener Lebenshaltungskosten und veralteter Fördersätze, die viele Studierende an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten bringen.

Das aktuelle BAföG-System wird den Bedürfnissen der Studierenden nicht gerecht. Allein die durchschnittliche Miete liegt bei rund 500 Euro pro Monat – deutlich über dem bisherigen Wohngeldzuschuss von 380 Euro. Nur noch 12 Prozent der Studierenden erhalten überhaupt Förderung, die Zahl der Empfänger ist damit auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000 gesunken. Gleichzeitig ist fast jedes dritte Studierende in Deutschland von Armut bedroht, vor allem wegen explodierender Wohnkosten.

Der von Niedersachsen vorgelegte Resolutionsentwurf fordert tiefgreifende Änderungen. Das Land verlangt von der Bundesregierung, die Einkommensgrenzen und Förderbeträge – insbesondere die Wohnkostenpauschale – deutlich anzuheben. Zudem soll das Antragsverfahren vollständig digitalisiert und beschleunigt werden, um Bürokratie und Wartezeiten abzubauen. Der Bundesrat wird die Bundesregierung nun zum Handeln auffordern. Zu den geplanten Reformen gehören vereinfachte Regelungen, höhere finanzielle Entlastungen und eine Anpassung der Förderung an die tatsächlichen Lebenshaltungskosten. Die Landesregierung hat den Antrag bereits unterstützt, was auf breite Reformbereitschaft hindeutet.

Bei einer Umsetzung würden die Änderungen die erste große BAföG-Reform seit Jahren darstellen. Studierende könnten mit höheren Zuschüssen, vereinfachten Anträgen und besserem Schutz vor steigenden Mieten rechnen. Die Entscheidung des Bundesrats wird zeigen, ob die Bundesregierung konkrete Schritte einleitet, um die finanzielle Belastung von Studierenden in ganz Deutschland zu verringern.