30 April 2026, 12:26

Braunschweig steht am 1. Mai zwischen Gewerkschaftstradition und rechtsextremer Provokation

Eine Gruppe von Menschen mit einem Transparent, auf dem 'öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus' steht, vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Braunschweig steht am 1. Mai zwischen Gewerkschaftstradition und rechtsextremer Provokation

Braunschweig bereitet sich auf einen angespannten 1. Mai vor, während die rechtsextreme NPD einen Aufmarsch durch die Stadt plant. Die Veranstaltung findet im Anschluss an die traditionelle Gewerkschaftskundgebung statt – eine Konstellation, die Befürchtungen vor Ausschreitungen und Störungen schürt. Lokale Gruppen haben bereits mobil gemacht, um dem neonazistischen Auftritt in einer Stadt entgegenzutreten, die nicht für eine starke rechtsextreme Anhängerschaft bekannt ist.

Der NPD-Marsch soll unmittelbar nach dem langjährigen Maiaufmarsch der Gewerkschaften stattfinden. Die Route führt an zentralen Orten vorbei, darunter der DGB-Gewerkschaftssitz und das "Internationale Familienfest" im Bürgerpark, das bis zu 8.000 Besucher anzieht. Der Hamburger Landesverband der rechtsextremen Partei wirbt für die Veranstaltung mit dem Slogan: "Tag der deutschen Arbeit. Der 1. Mai – seit 1933 ein arbeitsfreier Feiertag."

Als Reaktion darauf haben die Gewerkschaften ihr eigenes Protestprogramm ausgeweitet. Ihr Demonstrationszug wird nun zahlenmäßig überlegen sein und von der Konrad-Adenauer-Platz zum Gewerkschaftshaus ziehen. Unterdessen sah sich das antifaschistische Bündnis kürzlich einer "Großen Konferenz der Länder" gegenüber, organisiert von der Reichsbürgerbewegung. Bei dieser Veranstaltung erschienen jedoch nur etwa 300 Reichsbürger, während die Gegenprotestler mit rund 600 Teilnehmern deutlich in der Überzahl waren.

Die Grünen haben den Oberbürgermeister aufgefordert, die geplante NPD-Route zu blockieren, mit der Begründung, sie ziele darauf ab, friedliche Versammlungen zu stören. Die Stadtverwaltung betont jedoch, aufgrund verfassungsrechtlicher Garantien der Versammlungsfreiheit nicht eingreifen zu können. Die Geschichte Braunschweigs unterstreicht die Bedenken: Während der Weimarer Republik gehörte der Freistaat Braunschweig zu den ersten Regionen, die die NSDAP an der Regierung beteiligten.

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Trotz des Widerstands wird der NPD-Marsch stattfinden – die Stadt verweist auf rechtliche Vorgaben. Gewerkschaften und antifaschistische Gruppen haben größere Gegendemonstrationen organisiert, um die rechtsextreme Veranstaltung in den Hintergrund zu drängen. Die Situation verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen dem Schutz der Meinungsfreiheit und den Bemühungen, rechtsextreme Provokationen im öffentlichen Raum zu verhindern.

Quelle