27 April 2026, 00:29

NGO-Förderungen: Untersuchung scheitert an veralteter Aktenführung der Ministerien

Offenes Buch mit handgeschriebener Schrift auf altem Papier, das Wasserzeichen aufweist, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland.

NGO-Förderungen: Untersuchung scheitert an veralteter Aktenführung der Ministerien

Eine parlamentarische Untersuchung zu staatlichen Zuwendungen für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) ist aufgrund veralteter Aktenführung ins Stocken geraten. Beamte gaben zu, dass sie Fragen zu finanziellen Unterstützungen, die zwischen 2020 und 2026 an Organisationen flossen, nicht vollständig beantworten könnten. Das Problem liegt in der fortgesetzten Nutzung von Papierakten in Bundesministerien, was die Datenerfassung erheblich erschwert.

Ziel der Untersuchung war es, Details zu Fördergeldern aufzudecken, die von verschiedenen Ressorts – darunter das Innenministerium – vergeben wurden. Als Reaktion überreichte das Ministerium eine 39-seitige Tabelle mit aufgelisteten geförderten NGOs, doch ein vollständiger Überblick existiert nicht. Stattdessen können nur bruchstückhafte Informationen durch Einzelanfragen oder spezifische Datenbanken zusammengetragen werden.

Unter den Empfängern befand sich die Amadeu Antonio Stiftung, die Mittel für Projekte gegen digitale Hetze und Verschwörungstheorien erhielt. Eine weitere geförderte Gruppe war Die Falken – eine sozialistische Jugendorganisation –, der Gelder unter anderem für eine mobile antirassistische Bibliothek bewilligt wurden. Die Liste des Innenministeriums umfasste zudem Initiativen zu den Themen "Queerness" und "Antirassismus", mit einem besonderen Fokus auf die Bekämpfung rechtsextremer Bestrebungen.

Die Regierung erklärte jedoch, die Erstellung eines vollständigen Berichts sei aufgrund des immensen Papieraufwands "unzumutbar". Der amtierende Innenminister Alexander Dobrindt hat seitdem die Förderung für bestimmte linke NGOs gekürzt, darunter die Amadeu Antonio Stiftung und Radikale Töchter.

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Das Fehlen eines zentralen digitalen Systems hat Lücken in der Transparenz hinterlassen. Ohne eine lückenlose Dokumentation aller geförderten Projekte bleibt das Ausmaß der staatlichen Unterstützung für NGOs unklar. Die Erkenntnisse der Untersuchung unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen bei der Modernisierung der Verwaltungsabläufe.

Quelle