16 March 2026, 22:22

Neues Theater Senftenberg trennt sich überraschend von Intendant Daniel Ris

Schwarz-weißes architektonisches Zeichnung eines Stadiongrundrisses mit umliegenden Gebäuden und handgeschriebenen Textanmerkungen.

Neues Theater Senftenberg trennt sich überraschend von Intendant Daniel Ris

Das Neue Theater Senftenberg hat beschlossen, den Vertrag von Daniel Ris als künstlerischem Leiter nicht zu verlängern. Seine fünfjährige Amtszeit, die eigentlich bis 2027 laufen sollte, endet nun nach der kommenden Spielzeit. Zwar hat das Theater unter seiner Führung regionale Aufmerksamkeit erlangt, doch bleiben die genauen Gründe für seinen Abgang unklar.

Ris selbst äußerte zwar Frustration, konzentriert sich aber auf seine vierte und letzte Saison mit dem Ensemble.

Während seiner Zeit am Neuen Theater Senftenberg steigerte Daniel Ris das Profil des Hauses deutlich. Unter seiner Leitung verzeichnete das Theater höhere Ticketverkäufe und größere Zuschauerzahlen, insbesondere durch aufsehenerregende Saisoneröffnungen an historischen Stätten. Die jüngste Produktion, eine satirische Auseinandersetzung mit der DDR-Sportkultur, setzt mit acht Schauspielern auf scharfe Debatten und Unterhaltung. Sie karikiert militärische Trainingsmethoden, spielt auf Doping-Skandale an und hinterfragt die bedingungslose Hingabe an sportlichen Erfolg.

Trotz dieser Erfolge wird Ris' Vertrag nicht verlängert. Die genauen Gründe sind unklar, doch es gibt Berichte über Bedenken hinsichtlich seines Führungsstils und seiner Fähigkeit zur konstruktiven Zusammenarbeit. Zudem tauchten Vorwürfe wegen finanzieller Fehlverwaltung in Höhe von etwa 250.000 Euro auf, ohne dass konkrete Details bestätigt wurden. Manche spekulieren, dass seine offen geäußerten politischen Ansichten oder sein privater Lebensstil eine Rolle gespielt haben könnten, doch dazu gibt es keine offizielle Stellungnahme.

Die Stadt Senftenberg und der Landkreis Oberspreewald-Lausitz wollen die Stelle des künstlerischen Leiters nun neu ausschreiben. Bürgermeister Andreas Fredrich deutete mögliche strukturelle Änderungen an, darunter eine Trennung der künstlerischen und kaufmännischen Leitung, schloss aber weitere Stellenstreichungen aus. Ris hingegen hat bereits mit Bewerbungsgesprächen für neue Positionen begonnen und bereitet gleichzeitig vor, was er als seine "beste Spielzeit überhaupt" in Senftenberg bezeichnet.

Die Zukunft des Theaters bleibt ungewiss, während die Suche nach einer neuen künstlerischen Führung beginnt. Ris' Abgang markiert das Ende einer Ära, in der das Neue Theater Senftenberg wieder regionale Strahlkraft gewann. Angesichts anstehender Reformen müssen Stadt und Landkreis nun klären, wie die geplanten Veränderungen in der Leitung die weitere Entwicklung der Institution prägen werden.

Quelle