30 March 2026, 18:26

Neues Gesetz entlastet Pflegeheime – doch Ärzte zahlen die Rechnung

Ein Plakat zeigt verschiedene Medikamente wie Flaschen, Schachteln und andere Gegenstände auf einem Tisch angeordnet. Unten steht der Text "Piperazine Midy - Antigripine Midy Provence".

Neues Gesetz entlastet Pflegeheime – doch Ärzte zahlen die Rechnung

Ein neuer Gesetzentwurf in Deutschland soll es Ärzten ermöglichen, Rezepte für Bewohner von Pflegeheimen direkt an Apotheken zu übermitteln. Die Änderung ist Teil des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) und zielt darauf ab, den bürokratischen Aufwand für Pflegeeinrichtungen zu verringern. Nach Schätzungen von Behörden wird die Maßnahme Pflegeheime zwar um 5 Millionen Euro entlasten, an anderer Stelle jedoch zusätzliche Kosten verursachen.

Aktuell erhalten etwa 792.000 der 880.000 Pflegeheimbewohner in Deutschland – rund 90 Prozent – ihre Medikamente über Versorgungsverträge zwischen den Einrichtungen und Apotheken. Künftig sollen Ärzte die Rezepte elektronisch direkt an die kooperierende Apotheke übermitteln, sodass das Pflegepersonal sie nicht mehr abholen und zustellen muss. Das Heim wird weiterhin informiert, sofern der Bewohner nicht widerspricht.

Die Umstellung soll zwar den Arbeitsaufwand in Pflegeheimen verringern, für Ärzte jedoch mehr Verwaltungsarbeit bedeuten. Pro elektronischer Übermittlung wird mit einem Zeitaufwand von einer halben Minute gerechnet, was zu zusätzlichen Personalkosten in Höhe von 9,7 Millionen Euro führt. Zusammen mit anderen Anpassungen ergibt sich eine Nettobelastung von 4,7 Millionen Euro.

Die Regelung gilt als Übergangslösung, bis die Pflegeheime bis zum 1. Januar 2029 an das spezialisierte Kommunikationssystem in medizinischen Einrichtungen (KIM) angeschlossen sind. Bis dahin werden die Rezepte über die abgesicherte Telematikinfrastruktur (TI) verschickt, deren Verwaltung in den Arztpraxen liegt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Neuregelung wird die Rezeptabwicklung in Pflegeheimen zwar vereinfachen, verlagert die Kosten jedoch auf die Arztpraxen. Die Einsparungen von 5 Millionen Euro für die Pflegeeinrichtungen werden teilweise durch höhere Ausgaben für Ärzte und IT-Systeme aufgezehrt. Langfristig bleibt die vollständige Integration in das KIM-Netz das Ziel.

Quelle