10 June 2026, 16:23

Nadav Lapid zieht sich nach Boykott-Druck vom FID Marseille zurück

Natalie Portman, Justine Triet und Jacques Audiard verteidigen den israelischen Regisseur Nadav Lapid: 'Der kulturelle Boykott ist ein intellektuelles Versagen'

Nadav Lapid zieht sich nach Boykott-Druck vom FID Marseille zurück

Der israelische Regisseur Nadav Lapid hat sich angesichts wachsenden Drucks vom internationalen Filmfestival FID Marseille zurückgezogen. Sein jüngster Film „Ja“ wurde von „Variety“ als scharfe Kritik am israelischen Nationalismus bezeichnet. Die Kontroverse hat in der Filmbranche eine breite Debatte ausgelöst.

Lapid war zunächst als Jurymitglied zum Festival eingeladen worden. Kritiker wiesen darauf hin, dass sein Film „Ja“ teilweise vom Israel Film Fund finanziert wurde. Dieser Einwand trug zu dem zunehmenden Druck bei, der auf ihn ausgeübt wurde, zurückzutreten.

Über 350 Branchenvertreter, darunter Natalie Portman und Jacques Audiard, unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie den Boykott verurteilten. Darin wurde gewarnt, dass sein Rückzug als Weckruf für den Kulturbereich dienen sollte. Ein zweiter Appell in „Le Monde“ mit dem Titel „Kino ist keine Botschaft“ prangerte eine Einschüchterungskampagne gegen ihn an.

Etwa zehn Filmemacher zogen ihre Werke aus Protest vom Festival zurück. Angesichts des eskalierenden Drucks entschied sich Lapid schließlich für einen vollständigen Rückzug. Später äußerte er seine Frustration und warnte vor einer einschüchternden Wirkung auf Kultureinrichtungen.

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Im Mittelpunkt des Streits steht Lapids Kritik an der israelischen Regierung sowie die Finanzierung seines Films. Sein Rückzug vom Festival hat starke Unterstützung von prominenten Stimmen der Filmwelt erhalten. Die Affäre offenbart tiefe Gräben zwischen künstlerischer Freiheit und politischem Einfluss in der Kultur.

Quelle