Mindestlohn-Erhöhung auf 14,60 Euro: Kaum Wirkung gegen Armut in Deutschland
Margret auch SchlauchinMindestlohn-Erhöhung auf 14,60 Euro: Kaum Wirkung gegen Armut in Deutschland
Eine geplante Erhöhung des Mindestlohns in Deutschland auf 14,60 Euro bis 2027 würde die Armutsquote nur geringfügig senken – das legt eine neue Studie nahe. Während Befürworter höhere Löhne als Hilfe für Geringverdiener preisen, argumentieren Kritiker, dass die Gesamtwirkung minimal bleibe. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob eine solche Maßnahme die Armut im Land spürbar verringern kann.
Aktuelle Daten zeigen, dass die Armutsgefährdungsquote in Deutschland im vergangenen Jahr auf 16,3 Prozent stieg. Als armutsgefährdet gelten Haushalte, deren Einkommen unter 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens liegt. Bei Beschäftigten mit einem Stundenlohn unter 12 Euro sank das Armutsrisiko nach früheren Lohnerhöhungen um 5,5 Prozentpunkte.
Simulationen des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) ergaben, dass selbst ein Mindestlohn von 15 Euro die Armutsquote nur um 0,2 Prozentpunkte senken würde. Die Ergebnisse stellen die Wirksamkeit der Maßnahme als sozialpolitisches Instrument infrage. Gegner warnen zudem, dass höhere Löhne Unternehmen dazu veranlassen könnten, weniger Personal einzustellen, da die Arbeitskosten steigen.
Das IW weist außerdem darauf hin, dass Vollzeitbeschäftigte kaum Verbesserungen bei ihren Rentenansprüchen erwarten können. Zwar betonen Befürworter die höheren Einkommen für Niedriglohnempfänger, doch der begrenzte Effekt auf die allgemeine Armutsquote bleibt umstritten.
Die geplante Erhöhung auf 14,60 Euro wird kritisch hinterfragt, ob sie die Armut tatsächlich spürbar reduzieren kann. Angesichts der nur geringfügigen prognostizierten Fortschritte bleibt die Rolle der Maßnahme in der Sozialpolitik ungewiss. Die Diskussion verlagert sich nun darauf, ob alternative Ansätze vulnerablen Haushalten stärker helfen könnten.






