07 April 2026, 00:25

Merz' Rückführungsplan gefährdet syrische Fachkräfte in deutschen Krankenhäusern

Schwarzes Lederabzeichen mit einem roten Kreuz-Logo, beschriftet mit "Bundeswehrkrankenhaus München"

Merz' Rückführungsplan gefährdet syrische Fachkräfte in deutschen Krankenhäusern

Bundeskanzler Friedrich Merz hat einen Plan vorgelegt, nach dem in den kommenden drei Jahren etwa 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer zurückgeführt werden sollen. Der Vorstoß stößt bei Führungskräften im Gesundheitswesen auf scharfe Kritik, die vor schweren Folgen für den Sektor warnen. Syrische Fachkräfte spielen eine zentrale Rolle in Krankenhäusern bundesweit und schließen kritische Lücken bei Ärzten und Pflegepersonal.

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat sich deutlich gegen den Vorschlag ausgesprochen und betont die starke Abhängigkeit von syrischen Beschäftigten. Bis Ende 2024 werden syrische Ärztinnen und Ärzte die größte Gruppe ausländischer Mediziner in Deutschland stellen – 5.745 von ihnen arbeiten bereits in Kliniken. Ihr Wegfall würde viele Einrichtungen vor existenzielle Probleme stellen, den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Auch die Pflege würde schwer getroffen. Über 2.000 syrische Pflegekräfte sind derzeit in deutschen Krankenhäusern tätig und entlasten ein ohnehin schon überlastetes System. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorsitzende des DKG-Vorstands, unterstrich, dass der Verlust dieser qualifizierten Fachkräfte "klare und schwerwiegende Auswirkungen auf die Patientenversorgung" hätte.

Die Warnung der DKG kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung ihre Rückführungspolitik vorantreibt. Kliniken, die bereits unter Personalmangel leiden, könnten durch die Umsetzung des Plans weiter an den Rand ihrer Belastungsgrenze gebracht werden.

Die geplante Rückführung syrischer Arbeitskräfte würde Tausende Ärzte und Pflegekräfte aus deutschen Krankenhäusern entfernen. Da die Gesundheitsversorgung in hohem Maße von ihrem Einsatz abhängt, sind erhebliche Auswirkungen auf die Patientenbetreuung zu erwarten. Die DKG hat die Regierung aufgefordert, den Plan angesichts dieser Risiken noch einmal zu überdenken.

Quelle