22 January 2026, 04:53

Markus Söder steht vor dem Stockacher Narrengericht – ein satirisches Spektakel mit Tradition

Ein Vintage-Plakat bewirbt das Eidgen Schützenfest in Frauenfeld, Deutschland, mit einem Mann im Anzug und einer Frau im Kleid nebeneinanderstehend und Text mit Informationen zum Event.

Stockacher Narren: Verrückter Run auf Eintrittskarten für Söder-Prozess - Markus Söder steht vor dem Stockacher Narrengericht – ein satirisches Spektakel mit Tradition

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wird in diesem Jahr als Angeklagter vor dem Stockacher Narrengericht auftreten. Der satirische Prozess, ein Höhepunkt der schwäbisch-alemannischen Fasnet, hat riesiges Interesse geweckt – die Tickets waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Die Veranstalter verglichen den Ansturm auf die Plätze mit der Nachfrage nach einem Großkonzert.

Die Veranstaltung findet am Schmotzigen Dunschtig, dem Donnerstag vor dem Rosenmontag, statt. Es ist das zweite Mal, dass ein amtierender bayerischer Ministerpräsident vor dem Gericht steht – zuletzt war dies 1979 Franz Josef Strauß. Das Stockacher Narrengericht, das in diesem Jahr sein 675-jähriges Bestehen feiert, ist berüchtigt für seine scharfe politische Satire und prominente Angeklagte.

Die Tickets wurden über die Online-Plattform des Narrengerichts sowie persönlich samstags verkauft. Eine Videoaufzeichnung der Verhandlung wird nicht öffentlich zugänglich sein. Allerdings wird der Prozess live im SWR-Fernsehen übertragen. Die Tradition des Gerichts verbindet Humor mit beißender Gesellschaftskritik und nimmt dabei oft Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aufs Korn. Söders Auftritt reiht sich ein in eine lange Liste von Politikern, die sich der spielerischen, aber schonungslosen Prüfung des Gerichts stellen mussten.

Der ausverkaufte Prozess unterstreicht die anhaltende Beliebtheit des Narrengerichts als Fasnets-Brauchtum. Söders „Verhandlung“ wird im SWR zu sehen sein und bietet den Zuschauern die Gelegenheit, das satirische Spektakel mitzuerleben. Das Urteil, wie immer, wird dabei weniger auf eine echte Verurteilung abzielen als vielmehr auf Unterhaltung.