Mainzer Fastnacht schreibt Geschichte: Erste Frau als Chefprotokollführerin
Maximilian SchönlandFrauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainzer Fastnacht schreibt Geschichte: Erste Frau als Chefprotokollführerin
Die 71. Ausgabe der Mainzer Fastnachtsitzung "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" hat Geschichte geschrieben: Erstmals wurde mit Christina Grom eine Frau zum Chefprotokollführer ernannt. Grom führt die Veranstaltung nun an und bringt scharfe politische Satire auf die Bühne. In diesem Jahr nimmt sie dabei Bundeskanzler Friedrich Merz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump ins Visier.
Groms Auftritt setzte mit beißendem Spott bei prominenten Persönlichkeiten an. So scherzte sie, der Himmel solle Trumps "aufgeblähten Kopf" mit der Gutenberg-Bibel wieder auf Normalmaß bringen. Die Tradition, Politiker auf die Schippe zu nehmen, hat in der Mainzer Sitzung tiefe Wurzeln – doch die Zielscheiben haben sich im Laufe der Zeit gewandelt.
Noch in früheren Jahrzehnten lag der Fokus auf deutschen Spitzenpolitikern wie Adenauer oder Kohl. Seit den 1990er-Jahren rücken zunehmend internationale Figuren wie Trump, Putin oder Merkel ins Zentrum. Die Themen reichen heute von Klimawandel bis Migration, stets präsentiert mit einer Mischung aus Humor und multimedialem Glanz.
Trotz dieser Modernisierung bleibt die Sitzung ihren rheinland-pfälzischen Ursprüngen treu: Jürgen Wiesmann kehrt als "Ernst Lustig" auf die Bühne zurück, während Andreas Schmitt seit Langem als Moderator fungiert. Diese Verbindung aus Tradition und Innovation verleiht der Veranstaltung Frische und Vertrautheit zugleich.
Groms Debüt als Chefprotokollführerin leitet ein neues Kapitel für die Mainzer Fastnacht ein. Die Satire spannt sich nun von nationaler bis internationaler Politik und spiegelt globale Herausforderungen wider. Doch der Kern der Sitzung – verwurzelt in regionaler Kultur und scharfem Witz – bleibt unverändert.






