Louis Klamroths umstrittene Ära bei hart aber fair: Weniger Folgen, mehr Kritik
Louis Klamroths umstrittene Ära bei hart aber fair: Weniger Folgen, mehr Kritik
Louis Klamroth übernahm im Januar 2023 die Moderation von hart aber fair und löste damit Frank Plasberg ab, der die Sendung über zwei Jahrzehnte geprägt hatte. Seitdem erreichte die Talkshow fast 800 Folgen – der Großteil davon entstand während Plasbergs 21-jähriger Amtszeit. Doch Klamroths Stil stößt bei Zuschauern und Gästen auf geteilte Reaktionen.
Für das Jahr 2024 war Klamroth noch mit 30 Folgen beauftragt worden. Doch 2025 und 2026 soll die Zahl der geplanten Ausgaben auf jeweils nur 15 sinken. Kritik gibt es vor allem an seiner Moderationsweise: Obwohl die Sendung 75 Minuten Sendezeit bietet, unterbricht er Gäste häufig mitten im Satz.
Klamroth neigt dazu, komplexe Themen in Ja-oder-Nein-Fragen zu pressen und drängt seine Gesprächspartner damit in die Defensive. Manche Folgen arteten in chaotische Diskussionen aus, bei denen Gäste sich gegenseitig ins Wort fallen. Im September 2025 blieb Kanzleramtsminister Thorsten Frei gelassen, als Klamroth einen seiner selbstbewussten Ausbrüche hinlegte – ein Beispiel für die Schwierigkeiten des Moderators mit autoritären Persönlichkeiten.
Trotz dieser Herausforderungen glänzen Klamroths beste Sendungen mit Gästen, die keine Medientraining-Erfahrung mitbringen und so frische, ungefilterte Perspektiven einbringen. Seine Produktionsfirma Florida Factual hat zudem Verträge für einige Online-Formate an Land gezogen.
Der ARD bleibt Klamroth weiterhin treu, auch wenn manche die Meinung vertreten, er solle seine Fähigkeiten in einem weniger exponierten Format verfeinern.
Die Gesamtzahl der hart aber fair-Folgen ist unter Klamroth zwar gestiegen, doch sein Moderationsstil bleibt umstritten. Mit weniger geplanten Ausgaben in den kommenden Jahren wird die Zukunft der Sendung davon abhängen, wie gut er sich anpassen kann. Vorerst hält die ARD an ihm fest – und lässt Raum für mögliche Verbesserungen.
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