Lauterbachs Pflege-Reform droht Heimbewohnern mit 1.800 Euro Mehrkosten pro Jahr
Maximilian SchönlandLauterbachs Pflege-Reform droht Heimbewohnern mit 1.800 Euro Mehrkosten pro Jahr
Ein neuer Vorschlag von Gesundheitsminister Karl Lauterbach könnte dazu führen, dass Pflegeheimbewohner künftig hunderte Euro mehr pro Jahr zahlen müssen. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) warnt, dass die Eigenbeteiligung in den ersten zwei Jahren um bis zu 1.800 Euro steigen könnte. Kritiker werfen dem Plan vor, finanziell belastete Familien zusätzlich zu belasten, statt sie zu entlasten.
Laut der Analyse des BPA müssten die Bewohner durch Lauterbachs Reformen höhere Eigenanteile tragen. Die Summe von 1.800 Euro entspricht dem durchschnittlichen Anstieg über 24 Monate – ein Zeitraum, der gewählt wurde, weil drei Viertel der Pflegeheimbewohner nicht länger als zwei Jahre bleiben.
BPA-Präsident Bernd Meurer bezeichnete den Vorschlag als "Wählertäuschung". Er argumentiert, Lauterbach habe Entlastung versprochen, verlagere stattdessen aber Milliardenkosten auf Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Viele Familien seien, so Meurer, durch die bestehenden Zuzahlungen bereits an ihre Grenzen gebracht.
Lauterbachs Plan sieht vor, die schrittweise Erhöhung staatlicher Zuschüsse zu verlangsamen. Zwar soll damit die öffentliche Ausgabenkontrolle gestärkt werden, doch die Folge wäre, dass die Bewohner einen größeren Teil ihrer Pflegekosten selbst tragen müssten. Die Berechnungen des BPA zeigen, dass neue Pflegeheimbewohner innerhalb von zwei Jahren mit bis zu 1.800 Euro höheren Ausgaben rechnen müssen. Meurers Kritik macht die Kluft zwischen versprochener Unterstützung und der finanziellen Realität vieler Familien deutlich. Der Vorschlag steht nun in der Kritik, da er vor allem diejenigen trifft, die ohnehin schon unter finanzieller Belastung leiden.






