08 May 2026, 14:26

Krisenbonus scheitert am Widerstand der Länder – Bund sucht Kompromiss

Alte deutsche 100-Pfennig-Banknote mit einem Mannporträt auf schwarzem Hintergrund.

Krisenbonus scheitert am Widerstand der Länder – Bund sucht Kompromiss

Bundestagspläne für Krisenbonus stoßen auf massiven Widerstand der Länder

Die von der rot-grün-geführten Bundesregierung vorgeschlagene Einführung eines Krisenbonus trifft auf scharfe Ablehnung der meisten Bundesländer. Der Plan sieht vor, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten bis Mitte 2027 eine steuerfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro zahlen dürfen. Kritiker halten die Maßnahme jedoch für fehlerhaft und ungerecht verteilt.

Ursprünglich hatte die Bundesregierung den Krisenbonus zusammen mit einem Tankrabatt nach einer Sitzung des Koalitionsausschusses auf den Weg gebracht. Doch viele Länder waren an der Vorplanung nicht beteiligt – obwohl sie einen Großteil der Kosten tragen sollen. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) warnte, das Vorhaben werde zu Mindereinnahmen von 2,8 Milliarden Euro führen, wobei zwei Drittel dieser Last auf die Länder und 700 Millionen Euro auf die Kommunen entfielen.

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Manuela Schwesig, die SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, kritisierte den Vorschlag als ungerecht. Nur ein kleiner Teil der Beschäftigten werde tatsächlich von der Prämie profitieren, argumentierte sie. Stattdessen forderte sie die Regierung auf, sich auf umfassendere Steuerreformen zu konzentrieren, die Gering- und Mittelverdiener entlasten.

Auch Winfried Kretschmann, der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, sprach sich gegen den Plan aus. In seiner letzten Rede vor dem Bundesrat betonte er: „Gute Absichten machen noch keine gute Politik.“ Da die Mehrheit der Länder das Vorhaben ablehnt, muss die Bundesregierung nun den Vermittlungsausschuss anrufen, um einen Kompromiss zu finden.

Gegner des Bonus werfen der Regierung vor, dass viele Arbeitnehmer leer ausgehen würden. Der Streit offenbart die anhaltenden Spannungen zwischen Bund und Ländern in Fragen der Finanzierung und Gerechtigkeit.

Nach der breiten Ablehnung durch die Länder steht der Krisenbonus nun vor einer ungewissen Zukunft. Der Vermittlungsausschuss muss eine Lösung finden, die die Bedenken zu Kosten und Reichweite der Maßnahme ausräumt. Ohne Nachbesserungen droht die geplante finanzielle Entlastung zu scheitern.

Quelle