Kreuzberger Protestbündnis kämpft gegen rechtsextreme Medienplattform Nius
Janos PieperKreuzberger Protestbündnis kämpft gegen rechtsextreme Medienplattform Nius
In Berlins Kreuzberger Bezirk hat sich ein Protestbündnis gegen die rechtsextreme Medienplattform Nius formiert. Rund 250 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil, die sich gegen den Einfluss und die Methoden des Portals richtete. Die Organisator:innen bezeichneten die Kundgebung als Reaktion auf die aggressive Verbreitung rechtspopulistischer Diskurse unter der Leitung von Chefredakteur Julian Reichelt.
Die Aktion fand in der Nähe des Dragonerareal-Geländes statt, wo sich antifaschistische Aktivist:innen versammelten, um eine Informationsveranstaltung vor möglichen Störungen zu schützen. Redner:innen kritisierten Nius als "digitale Pranger" und "Hetze-Plattform", die gezielt Vorurteile gegen Geflüchtete, Klimaaktivist:innen und NGOs schüre. Viele Betroffene der Nius-Kampagnen berichteten von massiven Hasswellen – darunter Vergewaltigungsdrohungen, Todesdrohungen und gewalttätige Beleidigungen.
Nius hatte die Initiative "Nein zu Nius" zuvor als "linksextrem" und "steuerfinanziert" diffamiert – obwohl deren tatsächliche Reichweite begrenzt ist. Die Plattform gehört nicht zu den 100 meistgenutzten Online-Medien Deutschlands und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro. Unterstützt wird sie vom Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Spitze unterhält. Dennoch treibt Nius die öffentliche Debatte weiter nach rechts.
Die Protestierenden planen nun eine Kundgebung vor dem Nius-Büro in der Ritterstraße. Auf der Veranstaltung wurden Strategien des Widerstands diskutiert, wobei Solidarität, Mobilisierung und koordinierter Gegenprotest gegen rechtsextreme Medienmacht im Mittelpunkt standen.
Das Bündnis kündigte weitere Aktionen an, darunter Demonstrationen in der Nähe des Nius-Hauptsitzes. Trotz finanzieller Schwierigkeiten und geringer Reichweite bleibt die Plattform ein Verstärker rechtsextremer Narrative. Die von ihren Kampagnen Betroffenen leiden unter anhaltender digitaler Hetze.






