19 February 2026, 17:03

Krankenhausreform droht zu scheitern: Niedersachsen fordert dringend Nachbesserungen vom Bund

Ein detaillierter Grundrissplan des ehemaligen Arbeitszimmers des deutschen Bundeskanzlers, der den Aufbau des Gebäudes mit verschiedenen Räumen und Textanmerkungen zeigt.

Minister drängt Bundesregierung zum beschleunigten Krankenhausreform - Krankenhausreform droht zu scheitern: Niedersachsen fordert dringend Nachbesserungen vom Bund

Der Streit um die deutsche Krankenhausreform spitzt sich zu, nachdem Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi auf einen Kompromiss mit dem Bund drängt. Die Anfang 2025 beschlossene Reform zielt darauf ab, durch die Reduzierung der Klinikstandorte und eine stärkere Spezialisierung die Kosten zu senken. Doch Philippi warnt: Ohne Nachbesserungen droht das Vorhaben ins Stocken zu geraten – oder gar in eine Schlichtung zu münden.

Eingeführt wurde die Reform von der Ampelkoalition, um die finanzielle Belastung der Krankenhäuser zu verringern und die Versorgung effizienter zu gestalten. Bis 2029 soll die Zahl der rund 1.700 deutschen Krankenhäuser schrittweise verringert werden, während gleichzeitig die Spezialisierung auf komplexe Behandlungen vorangetrieben wird. Philippi kritisiert jedoch, dass der aktuelle Plan großen, ländlich geprägten Bundesländern wie Niedersachsen zu wenig Spielraum lässt.

Sein Ministerium fordert weiter gefasste Definitionen für Krankenhausstandorte, mehr Fördergelder zum Erhalt bestehender Einrichtungen sowie größere Freiräume bei der Zuweisung von Versorgungsstufen. Zwar räumt Philippi Fortschritte ein, doch betont er, dass weitere Anpassungen nötig seien, um Verzögerungen zu vermeiden.

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Seine Kritik richtet sich auch gegen Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die sich als Reformerin präsentiert, die auf Effizienz und Kostensenkung setzt. Anders als ihr Vorgänger Karl Lauterbach konnte Warken im Dezember 2025 tatsächlich eine Apothekenreform durchsetzen – ein Vorhaben, das Lauterbach wiederholt gescheitert war. Dennoch bleibt Philippi skeptisch: Ohne Kompromissbereitschaft könnte der Konflikt am Ende doch vor einem Schiedsgericht landen.

Der SPD-Politiker mahnt die Bundesregierung zur Eile bei den Verhandlungen. Jede weitere Verzögerung bei der Umsetzung der Reform sei für die ohnehin schon stark belasteten Krankenhäuser nicht mehr tragbar, so Philippi.

Die schrittweise Einführung der Reform läuft zwar bis 2029 weiter, doch die Spannungen zwischen Bund und Ländern sind noch lange nicht ausgeräumt. Niedersachsens Forderungen nach mehr Flexibilität und finanzieller Unterstützung könnten die endgültige Ausgestaltung der Reform maßgeblich prägen. Ohne Einigung wächst jedoch die Gefahr einer Schlichtung – oder sogar weiterer Rückschläge.