23 December 2025, 12:58

Keine Verkehrswende ohne Enteignung

Ein schwarzer Nissan-Sportwagen steht vor Cartoon-Postern, mit einer kleinen Inschrift am unteren Bildrand.

Keine Verkehrswende ohne Enteignung

Ein neues Buch des ehemaligen Volkswagen-Mitarbeiters Frank Koppold fordert einen radikalen Wandel in der Automobilproduktion. Erschienen im Dezember 2025, dokumentiert es, wie sich Autowerker:innen und Klimaschützer:innen zusammenschlossen, um eine ökologischere und gerechtere Industrie voranzutreiben. Ihre Forderung: Volkswagen soll seine Fabriken von der Produktion privater Pkw hin zu Lösungen für den öffentlichen Verkehr wie Straßenbahnen und Busse umstellen.

Frank Koppold arbeitete bis 2025 im VW-Werk Baunatal und erlebte dort aus nächster Nähe die ökologischen und sozialen Kosten der Automobilherstellung. In seinem Buch „Nehmen wir das Leben wieder in die eigenen Hände: Eine Einladung zum Kampf für ein gutes Leben für alle“ schildert er die Zusammenarbeit zwischen Fabrikarbeiter:innen und Verkehrsaktivist:innen. Gemeinsam gründeten sie eine Initiative, um das Geschäftsmodell von VW infrage zu stellen.

Die Gruppe, zu der auch der Aktivist Tobi Rosswog gehört, kämpfte in Wolfsburg – dem Stammsitz des Konzerns – für eine Abkehr von der Autodominanz. Sie argumentierten, dass VWs Werke stattdessen Busse und Züge bauen sollten, anstatt auf Elektroautos zu setzen, die sie als „Scheinlösung“ bezeichnen. Das Buch kritisiert die Vorstellung, allein der Umstieg auf E-Autos werde die Klimakrise lösen, und verknüpft den Kampf mit breiteren antifaschistischen und antikapitalistischen Bewegungen. Auf 142 Seiten entwirft es eine Vision für eine Demokratisierung von VW, bei der Arbeiter:innen und Gemeinden die Kontrolle über die Produktion erhalten. Erschienen im Berliner Verlag Die Buchmacherei kostet das Buch 10 Euro und stellt den Kampf als Teil einer größeren sozial-ökologischen Transformation dar. Die Autor:innen betonen, dass echter Wandel eine Umorientierung der Industrie hin zu Produkten erfordert, die sowohl den Menschen als auch dem Planeten dienen.

Das Buch ist zugleich ein Dokument des Aktivismus und ein Leitfaden für künftige Kampagnen. Es fordert von Arbeiter:innen getragene Fabrikumstellungen und stellt die Vorherrschaft der privaten Pkw-Produktion infrage. Mit konkreten Forderungen und einer klaren Botschaft rufen die Autor:innen die Leser:innen auf, sich für ein gerechteres und ökologischeres Industriesystem einzusetzen.